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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
Seite - 305 -
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Geschichte der Zoologie. 305 denn Fieber verstand entschieden den Pinsel besser zu führen als die Feder. Seine Abbildungen können als musterhaft bezeichnet werden, wenn man bedenkt, dass zur Zeit ihres Entstehens noch nicht jene Vollkommen- heit der Instrumente bestand, die uns heute das Zeichnen erleichtert. Eine Probe seiner Kunstfertigkeit bieten jene in Farbe ausgeführten Tafeln, welche Fieber selbst nicht in die Lage kam vervielfältigen zu lassen, und welche jetzt nach fast einem Menschenalter eine Zierde des grossen Reuter'schen CapsidenWerkes bilden. So sehr es vom österreichischen Standpunkte aus zu bedauern ist, dass man sich nicht bemühte, Fiebers Sammlungen und reichen literarischen Nach- lass dem Vaterlande zu erhalten (es liegt wohl auch darin ein Beweis, dass Fiebers Bedeutung im Auslande besser erkannt worden war als in seiner Heimat), so erfreulich ist es vom Standpunkte der Wissenschaft, dass dieser reiche Schatz in gute Hände kam. Dr. A. Puton, L. Lethierry^) und F. Reiber theilten sich in den Besitz des Nachlasses und verwerteten denselben in vollkommen zweckent- sprechender Weise, indem sie die wertvolle Typensammlung bei ihren vielen Arbeiten verwendeten und auch anderen Gelehrten zugänglich machten, die schönen Capsidenbilder Herrn Prof. Reuter zur Verfügung stellten und die vorhandenen Manuscripte, soweit als möglich, der Publication zuführten. So publicierte Ferd. Reiber unter dem Titel „Les Cicadines d'Europe d'apres les originaux et les publications les plus recentes"^) den allgemeinen Theil (Einleitung, Morphologie, Biologie, Nutzen und Schaden etc.) und Tabellen der Familien und Gattungen. Die Arten sind leider nur bei Cica- diden, Membraciden und Fulgoriden bearbeitet. Später erschienen noch zwei Fragmente in der „Revue dEntomologie" unter dem Titel „Description des Cicadines d'Europe du groupe des Typhlocibini. Traduit de Fallemand sur le manuscrit original par F. Reiber, avec des additions par L. Lethierry" und „Description des Cicadines d'Europe des genres Cicadula et Thamnotettix, traduit par F. Keiber, avec des additions par L. Lethierry"^). Gleichzeitig mit Fieber, aber ganz unabhängig von ihm und ganz selbständig, bethätigte sich auch der durch seine hervorragenden Leistungen als Hymenopterologe allgemein bekannte und hochgeschätzte Prof. Dr. Gustav Mayr auf dem Felde der Hemipterologie. Bereits in seinem 22. Lebensjahre (1852) publicierte er in der ZBG., zu deren ersten Mitgliedern er gehörte, eine kleine Arbeit über zwei neue Wanzen aus Kordofan und bald darauf noch mehrere Beiträge faunistischen Charakters. Zu den wertvollsten Publi- cationen Mayrs zählen seine späteren Arbeiten über Belostomiden*); hier zeigt sich klar, welch scharfer Blick und welch präcise Darstellungsweise 1) Nach dem Tode Lethieri-}-« ist dessen Sammlung mit den F ieber'sehen Typen in den Besitz Noualhiers übergegangen, um nach dem frühen Ableben dieses Forschers mit dessen ganzer Sammlung in das Museum d'histoire naturelle in Paris zu gelangen, wo sie für die Wis- senschaft nicht verloren sind. — -') In Revue et Magazin de Zoologie, 3. ser., III, 1875, p. 288— tlG, pl. 10-13; 3. ser., lY, 187G, p. 11—268, pl. 3-13; 3. ser., V, 1877, p. 1—45; 3. ser., VI, 187«, p.270—308; 3. ser., YII, 1879, p. CS—160.— ') Revue Ent. III, 1884, p. 40-67, 92-132, 150—162; IV, 1885, p. 40—110.— *) Heniipterologische Studien. Die Belostomiden. ZBG. XUI, 1863, S. 339 —364 und Die Belostomiden. Monographisch bearbeitet. Ebenda XXI, 1871, S. 399—440. Botanik und Zoologie in Oesterreich 1850—1900. 20
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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