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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
Seite - 306 -
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306 A. Handlirsch. diesen Forscher schon damals auszeichneten. Wie gründlich er diese schwie- rige (Iruppe studierte, ist daraus zu entnehmen, dass ein heute nach oO Jahren mit derselben beschäftigter Hemipterologe erklärt, er habe Mayrs Arbeiten kaum etwas beizufügen. Dass die Akademie G. Mayr mit der Bearbeitung des reichen, durch die „Novara"-Expedition gesammelten Hemipterenmateriales betraute, beweist wohl am deutlichsten, welcher Wertschätzung sich der junge Forscher schon zu jeuer Zeit erfreute. Der betreffende Theil des „Novara"- Werkes erschien im Jahre 1866 und bildet einen stattlichen Band von über 200 ^-Seiten mit fünf von Heitzmann prächtig ausgeführten Tafeln und enthält ausser vielen kritischen Bemerkungen und Tabellen die Beschreibungen von 25 neuen Gattungen und 50 neuen Arten aus verschiedenen Abtheilungen der Heteropteren und aus den verschiedensten Faunengebieten. Leider unter- liess es die Akademie (infolge eingetretenen Geldmangels), Mayr auch mit der Bearbeitung der „Novara"-Homopteren zu betrauen, so dass das Materiale aus dieser Gruppe bis jetzt überhaupt nicht wissenschaftlich verwertet wurde. Von den Zeitgenossen Fiebers mögen hier noch zwei für ihre Zeit charakteristische Personen, deren hemipterologische Arbeiten allerdings für die Wissenschaft von geringer Bedeutung sind, Erwähnung finden: Georg Ritt. v. Frauenfeid (geb. 1805, gest. 1873^), ein Mann, der durch seine mit uner- müdlicher Schaffenskraft und guter Beobachtungsgabe verbundene tiefe Nei- gung zur Naturkunde den Weg vom einfachen Baupolier und späteren Post- beamten bis zum Gustos an einem der grössten wissenschaftlichen Institute und bis nahe an die Schwelle der Akademie durchwandert hat, und der be- scheidene „Mikroskopist" Ernst Heeger (geb. 1783!), der sein kümmerliches, dürftiges Leben im Jahre 1866 in Laxenburg beschloss^). Frauenfeld veröffentlichte eine lange Reihe kleinerer, meist biologischer Arbeiten in den Verhandlungen der von ihm begründeten k. k. zool.-bot. Ge- sellschaft. Hemipterologische Notizen finden sich daselbst in den Jahrgängen 1853—1873. Dem „alten Heeger" verdanken wir einige in seinen „Beiträgen zur Naturgeschichte der Insecten" niedergelegte Beobachtungen über Psylla und Aleyrodes^). Sein Lieblingswerk, das ,.Album mikroskopisch-photographischer Darstellungen aus dem Gebiete der Zoologie" (Wien, Gerold, 1860—1863) ent- hält kaum etwas vom Standpunkte des Hemipterologen Erwähnenswertes. Dem schwierigen Studium der Pflanzenläuse im weiteren Sinne, also der Psylliden, Aphiden und Cocciden, mit welchen sich weder Fieber noch Mayr beschäftigt hatten, widmete Dr. Franz Löw^) durch nahezu drei Decennien einen grossen Theil seiner bedeutenden Arbeitskraft. F. Low, geb. 1829 in Wien, war, ähnlich wie Frauenfeld, ursprünglich zu einer anderen Laufbahn — dem Handelsfache— bestimmt, und es war auch hier ein unwiderstehlicher Hang zur Naturwissenschaft, der ihn bewog, sich gegen den Willen seines Vaters dem Studium der Medicin zuzuwenden. Seine Arbeiten zeugen von einer eminenten Beobachtungsgabe und von grosser 1) Vide Nekroloj^- von Brunuer in ZBG. XXIII, 1873, S. 535. — '^) Cf. Nekroloy- ZBG. XW, SB., S. 102. — 3) 15. Fortsetzung- in 8WA. X\T:II, 1856, S.33; 18. Fortsetzung, ebendaXXXIV, 1859, S. 212.— *) Nekrolog vonMik inWEZ. IX, 1890 und von Eogenliofer in ZBG. XL, 1890.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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