Seite - 309 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Geschichte der Zoologie, 309
gemäss jener dort ausschliesslich cnltivierten aiiatomisch-entwicklungsgeschicht-
lichen Richtung zu. Wir verdanken ihm eine Reihe wertvoller Arbeiten über
Pflanzenläuse: „Zur Anatomie der Aphiden"^}, „Der Polymorphismus von
Chaetoplioriis populi L."^), „Entwicklungsgeschichte der Aphiden" '), „Die
Anatomie der Psylliden" *), „Zur Morphologie und Anatomie der Cocciden"
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und „Der Saug-apparat der PhytopJdJiires''^ '^). Die Bearbeitung; der Halohates-
Ausbeute des „Pisani" gab Witlaczil Gelegenheit zu einer in der WEZ.'')
erschienenen systematischen Studie und zu einer kleinen anatomischen Arbeit
über diese interessanten Meerbewohner^).
Mit dem Studium der Cicadinen beschäftigten sich in der jüngeren Zeit
P. Matthäus Mayr, emer. Professor am k. k. Staatsgymnasium in Hall (Tirolj,
geb. 1845 zu St. Paul in Eppan (ein Schüler von Gredler), Franz Then,
emer. Professor am Theresianum in Wien, derzeit in Graz, geb. 1841 zu Lipnik
in Galizien (studierte an der Wiener Universität), und Med.-Dr. Leopold Meli-
char, k. k. Sectionsrath im Sanitätsdepartement des Ministeriums des Innern
(geb. 1856 in Brunn, studierte in Prag und interessierte sich seit seiner Jugend
für die Entomologie).
M. Mayr bemühte sich (1884), durch die Zusammenstellung von Ta-
bellen zum Bestimmen der Familien und Gattungen der Cicadinen von Central-
europa'^l das Studium dieser Thiere zu erleichtern. Then verfasste einen
Katalog der österreichischen Cicadinen ^") und publicierte später noch mehrere
Arbeiten über Jassiden. Von diesen in den NVSt. (^1896—1900) erschie-
nenen Publicationen bilden die „Beiträge zur Kenntnis der österreichischen
Species der Cicadinengattung Beltocephalus eine wertvolle Ergänzung unserer
Kenntnisse.
Dem dritten von den jüngeren Cicadologen verdanken wir ein grösseres
zusammenfassendes, wirklich brauchbares Bestimmungsbuch für die mittel-
europäischen Cicadinen. Melichars „Cicadinen von Mitteleuropa'^) lehnen
sich in erster Linie an Fiebers Arbeiten an, unter voller Berücksichtigung
der seither erschienenen Publicationen anderer Autoren ; der Text wird durch
12 Tafeln mit sehr guten, richtig gezeichneten Figuren ergänzt und bildet
einen stattlichen Band. Es zeugt wohl von bedeutender Arbeitskraft und
Energie, Avenn ein Mann, der nur wenige Stunden des Tages seinem Lieblings-
studium widmen kann, ein solches Werk in so kurzer Zeit zuwege bringt,
denn Melichar beschäftigte sich erst in den letzten sechs Jahren, infolge
einer von Prof. L. Duda empfangenen Anregung, mit Rhynchoten. Sofort
nach der Vollendung dieses Buches folgte Melichar einer Einladung Hand-
lirsch' und unternahm die Bearbeitung des reichen im Wiener Hofmuseum
und vielen anderen Sammlungen aufbewahrten Ricaniidenmateriales, die 1898
zur Publication der schönen, in den AWH. ^^) erschienenen Monographie der
Ricaniiden führte. Ausserdem veröffentlichte Melichar noch eine Reihe klei-
1) Z. Inst. Wieu IV, 1882, 8. 397—441, t.31—33.— ^)DWA. XLVIII, 1884, S.387—394, 1. 1 u. -2.
— 3j Z. w. Z. XL, 559—696, t. 28-34, 1884. — *) Ebenda XLII, S. 569—638, t. 20—22, 1885. —
'') Ebenda XLIII, S. 149—174, t. 5, 1886.— «) Z. Anz. IX, 1886, S. 10—12.— •) V, 1886, S. 177—182,
231—234: Die Ausbeute des Pisani an Halohate^^. — «) Z. Anz. X, S. 366—339, 1887.— ») Progr.
des Gymn. in Hall, 1882 1883 und 18831884 (Innsbr., Wagner, 1884, 8", 41 «.). — '^°) Wien,
Holder, 1886, 8«, 59 8. — i'
i Berlin 1896, 8", 364 S.. 12 Taf. — ^-) XIII (2), S. 197—359, t. 9—14.
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie