Seite - 310 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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310 A. Handlirsch.
nerer Arbeiten in den ZBG. (1896 bis 1899), in der WEZ. 1896-1900 und
in der Revue d'Entomologie 1896.
Auch das seinerzeit durch Franz Low cultivicrtc Studium der Cocciden
fand bei uns in jüngerer Zeit in der Person Dr. Karl Sulc' (prakt. Arzt in
Mährisch-Ostrau) wieder einen Vertreter. AVir verdanken diesem cechischen
Gelehrten die Kenntnis der neuen Gattungen Ortliesiola und Syngenaspis
und mehrerer neuer Arten; seine exacten Arbeiten sind in den Sb. böhm.
Ges. (1894, 1895 und 1897) und im Ent. Monthly Mag. (1894 und 1895) er-
schienen.
Durch Fr. Kohl angeregt, beschäftigte sich der 1858 in Branzoll bei
Bozen geborene Dr. Eugen v. Ferrari (prakt. Arzt. Studierte in Innsbruck,
Wien und Rom) durch kurze Zeit mit dem Studium der Heteropterengattung
Ncpa. Wenn man bedenkt, dass Ferrari aufdem Gebiete der Entomologie ein
Neuling war, so ist das Resultat seiner Thätigkeit ') immerhin anerkennens-
wert. Die in Ferraris Monographie hervortretende Tendenz, die Gattungen in
einem weiten Sinne aufzufassen (im Gegensatze zu Stäl u. a.), ist auf Kohls
Einfluss zurückzuführen. Ferrari starb 1897 als Stadtphysicus in Bozen.
Infolge der am k. k. naturhistorischen Hofmuseum herrschenden Arbeits-
cintheilung hat sich im Jahre 1889 der früher bereits auf dem Felde der
Hymenopterologie thätige Schreiber dieser Zeilen dem Studium der Rhyn-
choten zugewendet. So wie die Brüder Low und sehr viele andere Natur-
historiker war auch Anton Handlirsch (geb. in Wien 1865) von seinen Eltern
ursprünglich zu einer anderen Laufbahn (der Pharmacie) bestimmt, doch bewog
ihn die schon in jungen Jahren hervortretende, durch seine Lehrer Mik,
Woldfich, Kohl und Brauer geförderte Vorliebe für die Zoologie, sich die-
sem Fache zuzuwenden. Auf dem Gebiete der Hemipterologie publicierte
Handlirsch ausser mehreren kleineren, in den ZBG. (1895—1899) und in
den Annales de la Soc. ent. de France (1899) erschienenen Arbeiten, im Jahre
1897 eine Monographie der Phymatiden ^). Mit den morphologischen Vor-
arbeiten zu einem grösseren zusammenfassenden Werke beschäftigt, veröifent-
lichte er in jüngster Zeit einige Studien über die Stigmenzahl der Rhyn-
choten ^) und über die bei diesen Insecten vorkommenden Stridulations-
organe^).
Ausser den in obigen Ausführungen, welche in groben Umrissen ein
Gesammtbild der österreichischen Hemipterologie geben sollen, besprochenen
Publicationen finden sich selbstverständlich noch zahlreiche einzelne Special-
arbeiten und Notizen österreichischer Autoren in der Literatur verstreut; wir
wollen uns darauf beschränken, die wichtigeren davon, nach den einzelnen
Forschungsrichtungen geordnet, hier anzuführen.
Aus der morphologischen Literatur sind zu erwähnen: Brühls
Arbeit über die feinere Anatomie der Pediculiden 5), Grabers anatomisch-
physiologische Studien über Phtirius inguinalis^) und seine Untersuchung
1) Die Hemipterengattimg- Xnpa Latr. niouogT. bearbeitet, AWH. 111, l!S,s8, S. 101—11)4, t. 8,
9. — 2) AWH. XII, S. 1-27—130, t. 4—9. — '') ZBG. 1899. — *) AWH. 19U0 imtl ZBG. 1900. —
^) Wien. Meclic. Wocheiischr. Mai 1871, 13 S.— «; Z. w. Z. XXII, ]s72, 8. 137—167, t. U.
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie