Seite - 332 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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332 H. Rebel.
nur auf die nähere Umgebung* der Stadt bezieht. Als gründlichere Arbeit,
wenn auch nicht ganz frei von unrichtigen Angaben, ist Josef Anton Richters
„Systematisches Verzeichnis der Schmetterlinge des Kronlandes Salzburg^)
zu bezeichnen, die jedoch nur bis zum Schlüsse der Spinner (im alten
Sinne) reicht.
Steiermark. Georg Dorfmeister (vgl. vorne S. 327) hat auch für die
faunistische Erforschung der Steiermark erfolgreich gewirkt, wenngleich er
nur wenige kleine faunistische Arbeiten darüber publiciert hat, wie einen
Bericht in Gemeinschaft mehrerer Theilnehmer über einen zoologischen Aus-
flug auf das Bachergebirge bei Marburg") und interessante Beobachtungen
über einige in Steiermark vorkommende Zygaenen^).
Ueber die Schmetterlinge der St. Lambrechter Gegend in Ober-Steiermark
hat P, Cölestin Kodermann ein Verzeichnis veröffentlicht*). Auch die bereits
bei Nieder- und Oberösterreich erwähnten Mittheilungen von H. Gross,
Kempny u. a. berühren meist das steirische Grenzgebiet.
In neuerer Zeit hat Major Moriz v. Hutten-Klingenstein (geb. 1837
auf Schloss Walcken in Oberösterreich) einen artenreichen Beitrag zur Lepido-
pterenfauna von Ehrenhausen in Steiermark publiciert^).
Kärnten. Der bereits mehrfach erwähnten Publication Prof. Nickerls
(1895) über Oberkärnten insonderheit des Glocknergebietes folgte zehn Jahre
später eine solche von Dr. 0. Staudinger, ebenfalls vorzugsweise über das
Glocknergebiet*'), und schliesslich noch eine solche von Mann^), der bis dahin
das Glocknergebiet bereits achtmal besucht hatte. Auch Heinrich Locke
berichtete über seine zehnte entomologische Excursion ins Grossglockner-
gebiet*).
Weitaus die gründlichste Erforschung von allen Localitäten in Kärnten
hat das Lavantthal und die beiden Alpen Kor- und Saualpe durch Gabriel
Höfner (geb. 1842 in Türnitz, N.-Oe.) erfahren. Höfner, ein Autodidakt
auf dem Gebiete der Lepidopterologie, hat durch grossen Sammelfleiss und
scharfe Beobachtungsgabe höchst anerkennenswerte Erfolge auf faunistischem
Gebiete erzielt, wofür die durch ihn für die genannten Localitäten festgestellte
Zahl von mehr als 1600 Arten aus allen Familien der Lepidopteren spricht.
Er publicierte seine Mittheilungen in den Jahrbüchern des naturhistorischen
Landesmuseums für Kärnten in den Jahrgängen XH (1872) bis XXI (1890)
und XXIII (1894) bis XXVI (1900) und sind bis jetzt bereits elf Nachträge
erschienen. Höfner hat auch weitere Beobachtungen über Vorkommen von
Kärntner Lepidopteren bekannt gemacht^) und auch über die Schmetterlings-
fauna der Petzen geschrieben^'').
Ueber das faunistisch sehr interessante Gebiet von Raibl hat zuerst
Prof. P. C. Zeller aus Stettin ausführlich berichtet^') und Josef Mann hiezu
einen Nachtrag veröffentlicht^-V In neuerer Zeit schrieb Anton Metzger
(geb. 1832 in Wien) einen sehr gewissenhaft verfassten Beitrag für dieses
1) 15. u. 16. Bd. Mitth. Ges. f. Salzb. Lmidesk. 1875, 1876.— 2) NVSt. II, 1864.— ^) ZBG. TV
u. V., 1854—1855.— *) NVSt. V, 1869.— s) ZBG. 1895.— ß) Stett. EZ. 1855 uud 1856.— ^) ZBG.
1871.— «) Guben EZ. VIII, 1894. — ») WEZ. II, 1883. — "1 Jahrb. Kämt. XXIII und XXIV. —
") ZBG. 1868.— 12) ZBG. 1870.
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie