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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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nehmern um den Straßenraum oder von der Kritik von Landschafts- oder Vogelschützern an Windkraftanlagen. Während die Ansätze zur Bewältigung der Corona-Krise, nämlich die Entwicklung und Verabreichung von Impf- oder Heilmitteln, sich nahtlos in das vertraute Weltbild einfügen und daher von den Bürgern problemlos vorgestellt werden können, ist dies beim Klimaschutz schwieriger. Eine klimakompatible Gesellschaft wird etwas historisch Neuartiges sein, wie beispielsweise die Vorschläge zu einer Postwachstumsgesellschaft zeigen.25 Der Übergang wird nicht gelingen, wenn die zukünftige Gestalt der Ge- sellschaft schlicht als „Gegenwart plus“26 gedacht wird, als lineare Fortfüh- rung aktueller Verhältnisse. Daher schaffen Überlegungen zum Klima- schutz gerade nicht Beruhigung und Sicherheit, sondern neue Ungewiss- heit, auch wenn in letzter Zeit kommunikativ versucht wird, die positiven Aspekte einer solchen Gesellschaft hervorzuheben. Die Handlungsstrukturen und Handlungsmöglichkeiten unterscheiden sich also beim Gesundheitsschutz und beim Klimaschutz fundamental. Während die relevanten Akteure bei der Bewältigung der Corona-Krise routiniert handeln können, weil Handlungsweisen, -mittel und ‑befugnis- se zu den Aufgaben passen und diese wiederum zu den Standardaufgaben zählen, stoßen Maßnahmen zum Klimaschutz auf zahlreiche technische und soziale Hindernisse und müssen teils erhebliche zeitliche Verzögerun- gen und räumliche Verschiebungen berücksichtigen. Die Handlungsmög- lichkeiten der einzelnen Akteure sind stark begrenzt. Der Erfolg zeigt sich nicht unmittelbar, was sich wiederum negativ auf die Akzeptanz von Be- lastungen auswirkt und den relevanten Akteuren kaum Wertschätzung einbringt. Zudem bestehen die entscheidenden Klimaschutzmaßnahmen in einem Umbau der Gesellschaft, der vermutlich für zahlreiche Bevölke- rungsgruppen materielle Wohlstandseinbußen bedeutet. Fazit: zwei verschiedene Problemtypen Die Corona-Pandemie und der Klimanotstand unterscheiden sich in ihrer Struktur: mit Blick auf die Kausalverhältnisse, den zeitlichen Verlauf, die Sichtbarkeit und die emotionale Erschütterung der Bevölkerung, mit Blick 5. matik der Zustimmung; Hirschman, Wieviel Gemeinsinn braucht die liberale Ge- sellschaft, 301–303; Bogner, Die Ethisierung von Technikkonflikten, 63–75. 25 Vgl. z.  B. Paech, Befreiung vom Überfluss. 26 Altvater/Mahnkopf, Grenzen der Globalisierung, 99. Einfache und vertrackte Probleme 193 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
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