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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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auf die Akteure und ihre Rollen sowie mit Blick auf die Handlungsmög- lichkeiten. Diese drei Faktoren, die hier analytisch unterschieden wurden, hängen zusammen und verstärken sich wechselseitig. Pandemie und Klimakrise gehören einem je anderen Problemtypus an. Ohne die Covid-19-Erkrankungen zu verharmlosen, kann man diesbezüg- lich von einem einfach oder ordentlich strukturierten Problem sprechen. Ein solches Problem weist in der Regel folgende Merkmale auf:27 1. Das Ausgangsproblem lässt sich mittels einer kontinuierlichen Kette von (definierten) Zwischenzuständen in den Zielzustand überführen. – Diese drei Größen bilden den sog. Problemraum. 2. Jede Information, die der Problemlöser bezüglich des Problems gewin- nen kann, lässt sich in dem Problemraum abbilden. Der Problemraum braucht also im Zuge der Problembearbeitung nicht grundsätzlich ver- ändert zu werden, was ja bedeuten würde, dass das zu bewältigende Problem sich verändert. 3. Die (vorgeschlagenen) Operationen, d.  h. Zustandsveränderungen, be- achten die jeweils geltenden Regeln – bei Operationen in der externen Welt die Naturgesetze, bei Schach die Schachregeln. 4. Die grundlegenden Operationen sind tatsächlich ausführbar, und die nötigen Informationen sind mit nur begrenztem Suchaufwand erreich- bar. 5. Für die Überprüfung und Bewertung von Lösungsansätzen kann auf etablierte Kriterien und Verfahren zurückgegriffen werden. Auf die Pandemie bezogen zeigen sich diese abstrakt formulierten Merk- male in folgender Weise. Die Kausalverhältnisse sind ebenso eindeutig, wie die zeitliche Dynamik überschaubar und nachvollziehbar ist. Es steht gesellschaftlich fest, wer für welche Lösungshandlungen zuständig ist, die entsprechenden Einrichtungen sind etabliert, und die Handlungsnotwen- digkeiten und ‑möglichkeiten stimmen weitestgehend überein. Medizinisch-pflegerische Fachkräfte in Krankenhäusern und Praxen über- nehmen die akute Behandlung der Erkrankten. Wissenschaftler in univer- sitären und privaten Forschungseinrichtungen arbeiten an der Entwick- lung von Impf- und Arzneimitteln. Politiker und Mitarbeiter in den zu- ständigen Behörden entwickeln und vollziehen Maßnahmen zur Siche- rung der öffentlichen Gesundheit wie zur Aufrechterhaltung der allgemei- nen Versorgungslage. Dementsprechend können die Akteure mit Zustim- mung, Anerkennung und Wertschätzung rechnen. 27 Vgl. Simon, Ill Structured Problems, 183; vgl. auch Dörner u. a., Lohhausen. Jochen Ostheimer 194 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
Medizin
Recht und Politik
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