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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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on der WHO) die passende Bezeichnung für dieses angestrebte Glück na- turalistischer Provenienz als vollendeter Ausdruck eines „Lebens in natura- listischer Fülle“. Übertragen auf die gesellschaftliche Ebene handelt es sich um einen Kampf im Namen der „Glückseligkeit im Sinne eines naturalis- tisch gedachten Wohlbefindens, Förderung des Glücks im Hinblick auf so- ziale Wohlfahrt, Glück als die jeweils erreichbare größtmögliche Bedürf- nisbefriedigung“29. Dieser sogenannte Sozial- bzw. Masseneudämonismus „prägt die Wertorientierung des modernen Menschen. Mit Nachdruck ver- langt die Förderung der Wohlfahrt aller nach normativer Geltung und drängt auf Verwirklichung“30, gerade auch auf der strukturellen Ebene des Staates und der Regierungstechniken. Die Aufgabe des naturalistischen Wohlfahrtsstaates ist die „Idee der Minderung des Leidens und der Stär- kung der Wohlfahrt, das Prinzip des größten Glücks der größten Zahl“ (vgl. die utilitaristischen Konzepte von Jeremy Bentham und John Stuart Mill). Glückszuwachs muss quantifizierbar sein für eine gerechte, d.  h. be- rechnete und geplante Vermittlung der Glücksgüter durch den Staat: „Bentham konstruiert einen Staat, der als Verteiler von Glücksquanten fungiert.“31 Die Entgrenzung der naturalistischen Optimierung realisiert sich jedoch nur über die vollständige Vermessung und Kontrolle des Ein- zelnen und der Bevölkerungen, über die vollständige Technisierung der so- zialen Welt mittels einer umfassenden „Quantifizierung des Sozialen“32. „Bien-être“: Die raison d‘être des gesellschaftlichen Zusammenhalts im gouvernementalen Staat Die Bestimmung des Menschen scheint in diesem biopolitischen Verständ- nis in der irdischen Glückseligkeit eines Lebens ohne Leid und Krankheit zu liegen, und alles Sozialgefüge und staatliche Unterfangen habe die Her- stellung dieses Glücks als Wohlfahrt aller zur Aufgabe. Diese Auffassung begründet zugleich einen den modernen Staat leitenden, historisch neuen Begriff von Humanität: Es scheint, dass heute die Ausrichtung auf das Glück im Sinne der Wohlfahrt aller als Inbegriff und Kriterium der Humanität auftritt. Das Prinzip des größten Glücks der größten Zahl wird zum letztgülti- 2.2 29 Delikostantis, Humanitarismus, 5. 30 Delikostantis, Humanitarismus, 6. 31 Schulz, Philosophie, 747. 32 Vgl. Mau, Das metrische Wir. Zwischen übersteigerter und fehlender Solidarität 221 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
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