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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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in der Wahrnehmung und im Umgang mit Krisen sind in Österreich sehr eng. Daran ändert aus theologischer Sicht auch der Befund wenig, dass in Österreich zwei Drittel der Menschen angeben, an einen Gott zu glauben.5 Der Gott, an den in Österreich von einer Mehrheit geglaubt wird, weitet nur bei einer Minderheit die Fähigkeit und den Inhalt der Transzendenz. Werte als Grundlagen für Krisenwahrnehmung Aus der Fülle der Faktoren, die sich auf die Wahrnehmung und den Um- gang mit der Covid-19-Krise auswirken, werde ich im Folgenden anhand von drei Wertefeldern zeigen, wie sich darin ein Mangel an Transzendenz- vermögen und -spannweite widerspiegelt, der den aktuellen Umgang mit der Krise in Österreich maßgeblich prägt. Denn Werte können mit Hans Joas6 als mental-psychisch verinnerlichte Erfahrungen der Selbsttranszen- denz und Selbstbindung verstanden werden, d.  h. als Ausdruck von Le- benswirklichkeiten, die Menschen widerfahren und so ergreifen, dass sie sich diese als „etwas Gutes“ zu eigen machen. Werte sind demnach das Selbst transzendierende Vorstellungen und Ideen vom Guten und Wün- schenswerten. Sie bilden die mehr oder weniger bewusste Grundlage für ethische Entscheidungen. Sie bedürfen der ethischen Reflexion. Basis für die folgende Darstellung bilden v.  a. die Ergebnisse der Österreichischen Wertestudie zwischen 1990 und 2018 (ÖWS).7 Freiheit versus Sicherheit Seit Jahrzehnten geben die Österreicherinnen und Österreicher Werten, die auf Sicherheit zielen, Vorrang vor der Freiheit. Zwar erwartet man sich vom Staat die Wahrung individueller Freiheitsrechte, insbesondere der Meinungsfreiheit oder des Rechts auf Eigentum, aber die Sicherheit ist wichtiger. Dabei steht vor allem der Schutz der eigenen Sicherheit im Zen- trum. So wurden denn auch die Regierungsmaßnahmen nahezu kritiklos akzeptiert. In Ländern, in denen der Wert der Freiheit traditionell stärker ausgeprägt ist – Deutschland, Großbritannien, Schweden –, wurden Regie- rungsmaßnahmen von Beginn an deutlich stärker diskutiert. 2. 2.1 5 Vgl. Polak/Seewann, Religion als Distinktion, 109–110. 6 Vgl. Joas/Wiegandt, Die kulturellen Werte Europas, 14–15. 7 Siehe Aichholzer et al., Quo vadis, Österreich. Regina Polak 240 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
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