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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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Mittlerweile finden allerdings auch in Österreich heftige Debatten um die weitere politische Gestaltung der ökonomischen, sozialen und kultu- rellen Folgen der Krise statt. Die Akzeptanz der von der Regierung vorge- gebenen Begründung, v.  a. die ältere Bevölkerung schützen zu wollen, ero- diert zugunsten der eigenen v.  a. ökonomischen Sicherheit. In den damit verbundenen Konflikten wird die Spannung zwischen Freiheit und Sicher- heit ausgehandelt. Freilich kann das Bedeutungsspektrum dessen, was da- bei jeweils mit Freiheit gemeint ist, schillern. Welche Freiheit wird ange- strebt? Demokratische Grundfreiheiten? Die Freiheit zu Konsum und Frei- zeitgestaltung? Die Freiheit der Märkte? Die Religionsfreiheit? Dasselbe gilt für die Sicherheit: Ist die Sicherheit der individuellen Gesundheit, die Si- cherheit der Gesundheitssysteme, die Sicherheit besonders gefährdeter Gruppen, die Sicherheit des Arbeitsplatzes oder eine Grundsicherung für alle gemeint? Diskutiert wird mehr oder weniger explizit, ob und wieweit der Staat die Freiheit einschränken darf oder kann und für welche Sicher- heiten er verantwortlich ist. Dabei zeigen sich dann auch die entsprechen- den weltanschaulichen und politischen Orientierungen. Aus religionssoziologischer Sicht werden in diesen Unterschieden auch christlich-konfessionelle Prägungen erkennbar. So zeigte bereits die Euro- päische Wertestudie 2008–2010, dass sich die sogenannte normativ- religiöse Dimension signifikant auf alle anderen Werthaltungen auswirkt – selbst dann, wenn Menschen keiner Kirche mehr angehören.8 Dies bedeu- tet, dass Menschen mit stark ausgeprägtem religiösem Selbstverständnis höhere Werte beim Autoritarismus sowie bei der Ablehnung von Fremden und kultureller Heterogenität aufweisen: Einstellungen, die die Freiheit der Anderen geringer schätzen. Diese Zusammenhänge sind bei Orthodo- xen am stärksten, bei Protestantinnen und Protestanten am geringsten aus- geprägt. Personen mit katholischem Selbstverständnis finden sich hier in der Mitte. Hier spiegelt sich nicht nur das jahrhundertelange Zusammen- spiel von Thron und Altar, sondern auch die jeweilige christlich-konfessio- nell verschiedene Wertschätzung von Freiheit wider. Österreich ist in sei- nen Einstellungen gegenüber der Freiheit nach wie vor dominant katho- lisch geprägt: Einheit und Solidarität haben praktisch Vorrang vor der Freiheit. 8 Vgl. Halman/Arts, Value Research and Transformation in Europe, 79–99. Transzendenzmangel in den Werthaltungen der Österreicherinnen und Österreicher 241 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, MenschenwĂĽrde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
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Medizin
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