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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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einem Vehikel der Durchsetzung antidemokratischer Interessen werden kann. Theologische Reflexionen Was haben diese empirischen Skizzen nun mit der These eines Mangels an Transzendenzvermögen und ‑spannweite zu tun, der sich auf die Wahr- nehmung und den Umgang mit der Covid-19-Pandemie auswirken wird? Alle drei Wertefelder zeigen eine geringe Transzendenzspannweite in der Wahrnehmung und im Umgang mit der Welt. Die Bereitschaft und das Vermögen, über die eigenen Interessen, die eigene soziale Gruppe oder das eigene Land hinaus zu denken, sind gering. Es dominieren die „klei- nen Transzendenzen“ (Thomas Luckmann), also Werthaltungen, die sich auf das eigene Leben und die nähere Umwelt (Familie, Freunde, Öster- reich) beziehen. Größere Transzendenzen wie ein europäischer, gar globa- ler Horizont sind schwach ausgeprägt.19 Der Glaube an Gott ist weitge- hend privatisiert. Im Weiteren erläutere ich meine These anhand der drei Wertefelder und unterziehe sie einer theologischen Kritik. Denn Werte an sich sind, wie bereits erwähnt, zunächst weder gut noch böse. Sie bedürfen einer ethischen Reflexion und erschließen ihre ethische Relevanz erst mit den Bedeutungen und Handlungen, die sich mit ihnen verbinden. Sicherheit versus Freiheit Der Wert der Sicherheit ist eo ipso nicht besonders transzendenzförderlich, da er ja gerade darauf zielt, den jeweiligen sozialen, kulturellen und öko- nomischen Status quo zu erhalten. Freiheit kann, muss aber nicht notwen- dig mit Transzendenz verbunden sein. Ist der Freiheitsbegriff z.  B. auf das Verständnis reduziert, den eigenen Willen unbeschränkt durchsetzen zu können, beschränkt sich etwaiges Transzendieren desgleichen nur auf sol- ches, das dabei hilft, eigene Interessen durchzusetzen. Nur eine als konstitutiv soziale Kategorie verstandene Freiheit, die im- mer auch und zuerst die Freiheit des Anderen im Blick hat, weitet den Ho- rizont der Transzendenz. Freiheit in diesem Sinn ist die Bedingung der 3. 3.1 19 Vgl. Hajdinjak/Glavanovits/Kritzinger, Österreich und die Europäische Union, 206–241. Transzendenzmangel in den Werthaltungen der Österreicherinnen und Österreicher 245 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
Medizin
Recht und Politik
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