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Was willst Du, dass ich Dir tue? (Lk 18,41)
Zur Situation der katholischen Krankenhausseelsorge (KHS)
Österreichs während der Covid-19‑Pandemie
Maria Berghofer, Sabine Petritsch, Detlef Schwarz
Einleitung
Die christliche Sorge um die Kranken, die Leidenden und die Sterbenden
ist so alt wie die Kirche selbst (vgl. Mt 10,8). So hat sich im Laufe der Jahr-
hunderte eine christlich-konfessionelle Krankenhausseelsorge entwickelt,
die sich immer wieder neu den Herausforderungen stellen und die Zei-
chen der Zeit1 lesen lernen muss. Viele Ordensgemeinschaften entstanden,
weil sich ihre Gründerinnen und Gründer der Krankenpflege oder der
Krankenseelsorge, als Ausdruck christlich-caritativer Nächstenliebe, ver-
pflichtet gewusst haben. Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhaus-
seelsorger in Österreich begleiten in besonders sensiblen Situationen, be-
wegen sich an besonders sensiblen Orten und begleiten gerade jene Men-
schen mit der höchsten Gefährdung. Die aktuelle Covid-19-Pandemie stellt
das österreichische Gesundheitswesen und somit auch die österreichische
Krankenhausseelsorge vor eine Herausforderung, die jeglicher bisherigen
Erfahrungsgrundlage entbehrt. Die Abwägung zwischen dem „Dasein-für-
Andere“ auf der einen Seite und den erforderlichen Schutzmaßnahmen
auf der anderen Seite ist in Tagen wie diesen nicht immer einfach.
Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, werden in
diesem Beitrag ausgewählte Aspekte der katholischen Krankenhausseelsor-
ge Österreichs während der Covid-19‑Pandemie erörtert. Zu diesem
Zweck haben österreichische Krankenhausseelsorger*innen Praxisberichte
zur Verfügung gestellt, welche die Grundlage für die folgenden Überle-
gungen bilden.2 Den Autor*innen ist bewusst, dass dies nur eine fragmen-
1.
1 Siehe dazu die Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ (GS) 4: „Zur Erfüllung die-
ses ihres Auftrags obliegt der Kirche allzeit die Pflicht, nach den Zeichen der Zeit
zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten.“
2 Die Namen der Verfasser*innen der für diesen Beitrag relevanten Praxisberichte
finden sich im Literaturverzeichnis. Bei den jeweiligen Anmerkungen im Text
bzw. in den Fußnoten werden jene jedoch in anonymisierter Form (P1, P2 usw.)
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https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08
Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Buch Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise"
Die Corona-Pandemie
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Titel
- Die Corona-Pandemie
- Untertitel
- Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Autoren
- Wolfgang Kröll
- Johann Platzer
- Hans-Walter Ruckenbauer
- Herausgeber
- Walter Schaupp
- Verlag
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Ort
- Baden-Baden
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7489-1058-9
- Abmessungen
- 15.3 x 22.7 cm
- Seiten
- 448
- Schlagwörter
- Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
- Kategorien
- Coronavirus
- Medizin
- Recht und Politik