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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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In anderen HĂ€usern hat sich ein pro-aktives Zugehen auf die Leitung bewĂ€hrt und ein direktes Eingebundensein ermöglicht. So heißt es in dem Bericht von P6 wie folgt: „Wir sind gleich in den ersten Tagen mit einem Konzept an die Hausleitung herangetreten, wie wir in der Covid-Zeit unse- ren Dienst anbieten. Dieses Konzept wurde in einer knappen Antwort an- genommen. Wir sind also „pro-aktiv“ auf die Leitung zugegangen.“ Auf einer UniversitĂ€tskinderklinik wurde die Seelsorgerin gerufen und durfte ihrem Dienst nachkommen.10 In einem kleineren Krankenhaus wiederum hing die Entscheidung, ob Seelsorge zugelassen wird oder nicht, von der zur VerfĂŒgung stehenden Anzahl an geeigneter SchutzausrĂŒstung ab.11 In manchen OrdensspitĂ€lern wurde Seelsorge von vornherein als selbstver- stĂ€ndlicher Dienst eingebunden und war immer möglich. Vielleicht konn- te Seelsorge in manchen FĂ€llen ihre Stellung innerhalb des Systems sogar vertiefen. P4 schreibt dazu: In unserer Ordensklinik ist die Leiterin der Seelsorge, im Unterschied zu mir, von der Klinik angestellt und die Seelsorge ist ein selbstverstĂ€ndlicher und wichtiger Faktor im SelbstverstĂ€ndnis des Hauses. Die hauptamtliche Seel- sorge war auch zur Corona-Zeit selbstverstĂ€ndlich und von Seiten der Ge- schĂ€ftsfĂŒhrung und von Seiten vieler Patient*innen und PflegekrĂ€fte mehr als erwĂŒnscht. Oft gab es Reaktionen wie ‚Schön, dass (wenigstens) ihr (auch) da seid‘. Von einzelnen Personen gab es aber auch Widerstand – Stichwort: zusĂ€tzlicher Ansteckungsrisikofaktor. Auf den ĂŒbrig gebliebenen, offenen Stationen fĂŒhrten wir die ‚normale‘ Seelsorgearbeit, wie etwa Be- suchsdienst und Sakramentenspendung am Krankenbett, weiter. Wir muss- ten uns dabei wöchentlich, manchmal tĂ€glich an neue Sicherheitsmaßnah- men anpassen – vom Triage-Zelt bis zu den unterschiedlichen MNS- Masken. Auch auf den Corona-Stationen war Seelsorgearbeit möglich (Be- gleitung von Sterbenden, Verabschiedungen), jedoch war ich hier nie invol- 10 Siehe dazu Auszug aus Praxisbericht P2.: „Als Seelsorgerin war ich aufgrund hĂ€u- figer Notrufe sehr gefragt auf den Stationen – ich erlebte ein vermehrtes ‚Geru- fen-Werden‘. So hatte ich das Privileg, immer vor Ort im Krankenhaus und auf den Stationen sein zu dĂŒrfen und mit den Menschen (Patientinnen und Patien- ten, Angehörigen und Personal) gemeinsam diese Situationen zu durchleben – aber auch, so weit als möglich, zu gestalten. Ich erlebte die arbeitsreiche Zeit in dieser Situation tatsĂ€chlich als Privileg, es war schön, arbeiten zu dĂŒrfen!“. 11 Siehe dazu Auszug aus Praxisbericht P3: „Im Kontext ‚Kontakt der Seelsorge mit den Patient*innen‘ stellte sich auch die Frage nach SchutzausrĂŒstungen, die sehr knapp vorhanden waren. Diese Tatsache hat uns vermehrt dazu gebracht, den Kontakt mit Patient*innen weitgehend zu vermeiden. Die Ausnahme waren ster- bende Patient*innen.“ Was willst Du, dass ich Dir tue? (Lk 18,41) 287 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, MenschenwĂŒrde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
Medizin
Recht und Politik
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