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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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[
] Seelsorge und Psychotherapie im klinischen Kontext mĂŒssen sich fragen (lassen), ob sie wirklich notwendig sind. Es kommt zur AbwĂ€- gung zwischen Hygiene und PrĂ€vention einerseits und dem psycho- sozio-spirituellen Aspekt andererseits. Die somatische, materielle Di- mension ist so dominant, dass fĂŒr die spirituelle kein Platz zu sein scheint. Wird auch Spiritual Care aufgeschoben auf bessere Zeiten, wie abgesagte Kongresse, Konzerte, Gottesdienste?1 Am Uniklinikum Salzburg, dem zentralen Behandlungsort fĂŒr an Covid-19 Erkrankte im Bundesland Salzburg mit einer KapazitĂ€t von 108 IntensivbehandlungsplĂ€tzen und 199 stationĂ€ren Normalbetten, erhielt das Seelsorgeteam in der ersten Woche im Krisenmodus auf Anfrage vom Ärztlichen Direktor entsprechend die Auskunft: „Ich bitte Sie, Ihre Regel- besuche einzustellen. Standard ist nicht in der Krise!“ Konkret bedeutete dies: Weder im Non-Covid-Bereich noch im Covid-Bereich sollte Seelsorge die Möglichkeit bekommen, ihren Auftrag zu erfĂŒllen, kranke Menschen nicht alleine zu lassen, ihnen unmittelbare Zuwendung zu schenken und den Betroffenen so auch die bleibende Zuwendung Gottes zu versichern. Es zeigte sich in diesen Tagen ein Alltag mit kontrĂ€ren Facetten: ‱ der pastorale Auftrag zum Krankenbesuch im Sinne Jesu („Ich war krank und ihr habt mich besucht.“) – die Botschaft des von medizini- scher Logik dominierten Covid-19-Krisenstabes: „Standardseelsorgebe- suche sind nicht möglich.“ ‱ die Empfehlung des Covid-19-Krisenstabes der Erzdiözese Salzburg, #trotzdemnah zu sein – die Wahrung der LoyalitĂ€t zu den Bestimmun- gen im Krankenhaus ‱ an den Schreibtisch gebundene Kolleginnen und Kollegen, die abwar- ten und schließlich nach alternativen Möglichkeiten der Kontaktauf- nahme suchen mĂŒssen – der Wunsch der Mitarbeiterinnen und Mitar- beiter der Pflege, die Seelsorge solle die Patientinnen und Patienten persönlich besuchen, denn es sei wichtiger denn je Deutlich wird in diesem Krisenszenario, fĂŒr das es keinen vergleichbaren Erfahrungshintergrund gibt, dass Krankenhausseelsorge „prinzipiell in einem ‚Zwischen‘-Raum angesiedelt [ist]“2. Markant und scharf zeigen sich die Spannungsfelder, in denen Krankenhausseelsorge arbeitet. 1 Frick, Corona – eine spirituelle Erfahrung?, 205 (Hervorh. im Original). 2 Klessmann, Einleitung: Seelsorge in der Institution „Krankenhaus", 14. Zur Dis- kussion dieses Leitbildes: Vgl. Roser, Seelsorge im Krankenhaus, 16–20. Gerhard Hundsdorfer 300 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, MenschenwĂŒrde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
Medizin
Recht und Politik
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