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„Sein Unglück ausatmen können“.
Hilfe für die Helfenden
Christoph Seidl
In der Diözese Regensburg gibt es die Stelle „Seelsorge für Berufe im
Gesundheits- und Sozialwesen“, die aus den früheren Bereichen „Seelsorge
für Pflegeberufe“ und „Seelsorge für Beratungsdienste“ entstanden ist. Die-
ser Fachbereich ist gekoppelt mit der Koordination der Krankenhaus- und
Hospizseelsorge im Bistum. Aus dieser Perspektive ist es besonders interes-
sant zu reflektieren, was diese helfenden Berufe in der Krisenzeit beson-
ders belastet und was ihnen selbst seelsorglich guttun kann.
Helfende Berufe leisten auch in schwierigen Zeiten das, wozu sie ausge-
bildet wurden und wozu sie angetreten sind: nämlich anderen in ihrer Not
beizustehen, sie zu unterstützen, sie zu entlasten. Aber in einer Pandemie
können die eigenen Kräfte rasch an die Grenzen gelangen. Dass Pflegende
und Beratende systemrelevant sind, steht außer Frage. Aber ist es Seelsor-
ge? Die Krise macht deutlich, dass sie eminent dazu beiträgt, denen „in
vorderster Linie“ den Rücken zu stärken, indem sie „Atemraum“ schafft.
Die Krise – Normalfall für helfende Berufe oder mehr?
In der intensiven Corona-Phase gab es unterschiedliche Situationen bei
den Pflegenden: Die einen waren durch die unmittelbare Arbeit mit
COVID-19-PatientInnen bis an ihre Grenzen beschäftigt, andere wurden
heimgeschickt, weil das „Alltagsgeschäft“ in den Kliniken einbrach. Unter-
schiedliches Arbeitsaufkommen wurde auch von den Personen in den Be-
ratungsdiensten erlebt. Insofern gibt es auch verschiedene Perspektiven auf
das Krisengeschehen.
„Ich tu das, was ich immer tu!“
Eine Krankenpflegerin hat es mit großer Ausgeglichenheit formuliert, was
ich mehrfach bestätigt gefunden habe: „Ich tu das, was ich immer tu!“ Als sie
berichtet, dass sie auch mit ihrer verminderten Herzleistung in der intensi-
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https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08
Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Buch Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise"
Die Corona-Pandemie
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Titel
- Die Corona-Pandemie
- Untertitel
- Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Autoren
- Wolfgang Kröll
- Johann Platzer
- Hans-Walter Ruckenbauer
- Herausgeber
- Walter Schaupp
- Verlag
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Ort
- Baden-Baden
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7489-1058-9
- Abmessungen
- 15.3 x 22.7 cm
- Seiten
- 448
- Schlagwörter
- Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
- Kategorien
- Coronavirus
- Medizin
- Recht und Politik