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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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was sichtbar geworden, was den künftigen Stellenwert der Seelsorge sogar stärken könnte. Zum einen könnte der Blick von außen auf Seelsorge wertschätzender werden (Stichwort „systemrelevant“), zum anderen könn- te innerkirchlich die Bedeutung der kategorialen Seelsorge verstärkt wahr- genommen werden, hat sich doch gezeigt, dass unter diesen extremen Be- dingungen die Seelsorge im jeweiligen System am ehesten handlungsfähig geblieben ist. Nachgehende Seelsorge: In Beziehung kommen – in Beziehung bleiben Papst Franziskus hat mit seiner Aufforderung zu „einem beständigen Auf- bruch zu den Peripherien des eigenen Territoriums oder zu den neuen soziokultu- rellen Umfeldern“4 etwas in Erinnerung gerufen, was seit dem II. Vatika- num immer wieder thematisiert wird und seit biblischen Zeiten im Grundbuch der Christenheit eingetragen ist: Kirche muss unterwegs zu den Menschen sein, sie darf nicht warten, bis und ob die Menschen zu ihr kommen. „Kirche in der Welt von heute“ wird besonders sichtbar, wenn sie als Seelsorge in bestimmten Bereichen und Systemen „vor Ort“ ist. Gerade in den Bereichen Krankenhaus- und Hospizseelsorge hat sich in den letzten Jahrzehnten eine hervorragende Art der Zusammenarbeit ergeben. Kirchli- che Seelsorge hat es verstanden, sich als willkommener „Gast“ auf einem anderen hoheitlichen Gebiet zu verstehen. Sie hat gelernt, als Teil eines in- terdisziplinären Systems anderen Professionen wie Medizin, Pflege und so- zialen Diensten auf Augenhöhe, also als Partner, zu begegnen. Dazu leiste- te eine Einladung „von außen“ einen wesentlichen Beitrag. Die englische Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin Cicely Saunders (1918– 2005) betonte, dass es die Aufgabe von Begleitung am Lebensende ist, alles zu tun, damit schwerkranke Menschen „nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können“5. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Anschluss daran im Jahr 2002 definiert, die Aufgaben von Palliative Ca- re seien das „Vorbeugen und Lindern von Leiden durch frühzeitiges Erkennen, Einschätzen und Behandeln von Schmerzen sowie anderer belastender Beschwer- den körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art”6. Es gehört zum Selbst- verständnis von Palliative Care, dass die spirituelle Sorge, in unseren Brei- 3.1 4 Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben Evangelii Gaudium, 30. 5 Saunders, zitiert nach Palliamo. 6 Weltgesundheitsorganisation (WHO), Definition of Palliative Care 2002. „Sein Unglück ausatmen können“. Hilfe für die Helfenden 321 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
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