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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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optimistische Haltung ein erfolgreiches Handeln. Ohnehin hat die derzei- tige Krisensituation für so Manchen auch ihre angenehmen Seiten. Doch sobald dadurch ein todbringendes Virus und seine pandemische Verbrei- tung zu etwas Gutem erklärt würden, wäre das zynisch und ein Hohn ge- genüber den zahllosen Opfern dieser Krise, und das sind nicht nur die Kranken und die Toten! Tatsächliche oder künftig mögliche positive Aus- wirkungen der Corona-Pandemie rechtfertigen nicht gegenwärtiges Übel. Darum suche ich weder einen Sinn des Corona-Virus noch den Sinn der Krise. Vielmehr frage ich vorsichtig nach Sinn in der Krise – und respektie- re, wenn manche Leidende davon nichts hören wollen. Zugleich fühle ich mich zur Sinnsuche ermutigt von Leidenden, die sich nach Licht im Dun- kel sehnen. Allerdings scheint die Suche nach Sinn in der Krise früher oder später auch in eine Sinnkrise zu führen; denn zur Erfahrung von Sinn gesellt sich sogleich die Erfahrung von verstärkter Sinnlosigkeit, von Wi- dersinn. Dies verschärft sich noch einmal, wenn Gott ins Spiel kommt. Denn für Menschen, die an ihn glauben, spielt Gott eine wichtige Rolle bei der Fra- ge nach Sinn im Leben – und im Leiden. Im Folgenden werden einige grundlegende Aspekte der menschlichen Existenz bedacht, auf die uns die Corona-Krise wieder neu hinweist, insbe- sondere auf unsere Sterblichkeit; denn im Bewusstwerden solcher Aspekte sehe ich einen Sinn in der Krise. Dafür greife ich Grundthemen der so ge- nannten „Existenziellen Psychotherapie“ von Irvin Yalom auf (1)3. Anders als der nichtreligiöse Psychiater und Autor frage ich dazu als Christ nach der sinnstiftenden Relevanz des Glaubens an Gott (2). Mag dieser Glauben zunächst unserer Existenz Sinn verleihen, so wird er zugleich durch die Er- fahrung sinnlosen Leidens in Frage gestellt (3). Abschließend befasse ich mich damit, wie man als gläubiger Christ mit der existentiellen Spannung von Sinn und Sinnlosigkeit umgehen kann – auch in der Corona-Krise (4), nämlich mit einer „Hoffnung wider alle Hoffnung“ (Röm 4,18), die zum Einsatz für das Machbare und zum Sich-Einlassen auf das Unverfügbare er- mutigt. 3 Siehe Yalom, Existenzielle Psychotherapie. Martin Splett 360 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
Medizin
Recht und Politik
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