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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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tigt zum persönlichen wie solidarischen Kampf gegen Not und Leid. Die Hoffnung auf Gott erleichtert mitunter (beileibe nicht immer) auszuhal- ten, was unsere Macht übersteigt; sie kann erleichtern, Sinnwidrigem zu begegnen, mit „Widerstand und Ergebung“ (Bonhoeffer) – denn statt eines abstrakten Schicksals hat der Glaubende ein konkretes Gegenüber für sein Bitten und Klagen, aber auch für Lob und Dank: Gott. In Situationen von Verzweiflung und Einsamkeit dürfen Gläubige darauf bauen, niemals al- leine zu sein, weil Gott immer da ist; wenn wir vieles nicht verstehen, dann ist da wenigstens einer, der alles versteht… Wer an Gott glaubt, weiß nicht besser Bescheid, wie gegen das Virus vorzugehen ist. Mit Gott hat man es nicht unbedingt leichter in Krisen, doch man hat eine Stärke: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Ver- zagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Beson- nenheit.“ (2 Tim 1,7) Auch Gläubige stehen in der existentiellen Spannung von Leben und Tod, von Sinn und Sinnlosigkeit, von Ordnung und Frei- heit, von Verbundenheit und Alleinsein. Ohne das Dunkle zu verneinen oder zu verdrängen, bleiben sie für das Helle empfänglich. Zum Glauben gehört die Hoffnung, dass Leben, Liebe und Sinn das letzte Wort haben werden und nicht Tod, Lieb- und Sinnlosigkeit. Und das ist nicht nur eine Perspektive für irgendwann – und sei es in einem Jenseits –, sondern das kann uns hier und jetzt schon froh und auch gelassen machen (auch wenn uns nicht immer fröhlich zumute ist). Darum bleibt gerade in Krisenzeiten die Freude als eine christliche Grundhaltung dem Leben gegenüber wich- tig. Es gibt neben dem Leidvollen auch viel Gutes, über das wir uns freuen dürfen; und diese Freude sollten wir auch teilen. Was also tun in Krisenzeiten wie diesen? Christen sei das benediktini- sche „Bete und arbeite“ ans Herz gelegt, und das mit Martin Luther: „Bete, als ob alles Arbeiten nichts nützt; und arbeite, als ob alles Beten nichts nützt.“ Dazu abschließend ein bekanntes Gebet von Reinhold Niebuhr: „Gott, gib mir den Mut zu ändern, was ich ändern kann; die Gelassenheit hinzunehmen, was ich nicht ändern kann; und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Das Virus, der sterbliche Mensch und Gott 367 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
Medizin
Recht und Politik
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