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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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Ostern keine analogen gottesdienstlichen Versammlungen abhalten zu dürfen, treffe die Kirchen „ins Herz“: Es fehlt die direkte Begegnung, die Atmosphäre eines Kirchenraums, die Feier des Abendmahls und die [physisch-]reale Gemeinschaft mit anderen – und dies an Ostern, dem Tag der Auferstehung und Hoff- nung. […] Traditionen, für die die Kirche bislang immer stand, dürfen nicht mehr praktiziert werden und verlieren an Plausibilität. Das Ritu- elle, das, was sich zuverlässig wiederholt und Gültigkeit hat, wird au- ßer Kraft gesetzt […]. Die mediale Kirche kann eine Gemeinschaft mit physisch kopräsenten Interaktionspartnern nicht ersetzen, die digitale Seelsorge auch nicht eine Seelsorge, bei der man der anderen Person in die Augen schauen, ihre Hand halten oder ein Segensritual durch- führen kann.21 Fragen, die im Blick auf Digitalisierung ritueller Vollzüge schon seit Län- gerem in der Liturgiewissenschaft zur Bearbeitung anstehen, werden da- durch unwiderruflich auf der Agenda nach vorne gebracht. Und noch ein- mal: Immer mit zu bedenken ist, was im Zusammenhang des zweiten The- menkomplexes angedeutet wurde: In vielen (Extrem-)Situationen und für einige Zielgruppen, wie etwa die älteren und/oder pflegebedürftigen Men- schen, ist eine vermehrt digitale religiöse Kommunikation nicht oder nur sehr eingeschränkt hilfreich. Bestenfalls können hier Printprodukte und Telefongespräche unterstützen. Conclusio und Ausblick Angesichts der hohen Komplexität der derzeit laufenden Suchbewegungen und Diskursverläufe ist, wie eingangs betont, deren Geschichte erst noch zu schreiben. Insofern konnte hier nur eine skizzenhafte Sondierung eini- ger Phänomene geleistet werden. Nur noch hingewiesen sei am Schluss auf verschiedene weitere Desiderate: Sicherlich müssen die aktuellen Pra- xen wie deren Reflexion auch im historischen Längsschnitt mit dem rituel- len Handeln bei früheren Pandemien wie etwa in der Pestzeit oder wäh- rend der Spanischen Grippe in Beziehung gesetzt werden. Hier sollten auch Fragestellungen wie die nach dem Zusammenhang der Entwicklung moderner Gesellschaften und des Gesundheitsschutzes22 einbezogen wer- 21 Karle, Experiment. 22 Vgl. u.  a. Ewert, Corona und Seuchen; Richter, Hilfe zur Selbsthilfe. Stephan Winter 376 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
Medizin
Recht und Politik
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