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gelegt. Als Direktorium haben wir hier auch täglich einen guten
Überblick zum Geschehen in den Kliniken bekommen.
Eine ablehnende Haltung gegenüber den Covid-19-Maßnahmen
ist mir aus dem Pflegebereich nicht bekannt. Ich führe das zu
einem großen Teil auf die täglich stattgefundene transparente
Kommunikation und Information zurück. So habe ich Informa-
tionen aus der täglichen Krisensitzung an die Pflegeleitungen der
einzelnen Abteilungen und Kliniken weitergegeben, bei der aktu-
elle Probleme und Herausforderungen diskutiert und das weitere
Vorgehen besprochen wurden. Die Pflegeleitungen haben diese
Informationen täglich an die Stationsleitungen weitergeben und
diese dann an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um die Ver-
breitung des Virus einzudämmen, war es auch notwendig, Ver-
haltensregeln für die Zeit außerhalb der Patientenversorgung auf-
zustellen. So wurden zum Beispiel Regeln festgelegt, wie viele
Personen sich in Sozialräumen etc. gemeinsam aufhalten dürfen,
und eine Pausenregelung festgelegt, um wichtige Erholungspha-
sen sicherzustellen. In den Covid-19-Bereichen wurde das Essen
(Früh, Mittag und Abend) sowie Mineralwasser für die Mitarbei-
ter direkt angeliefert und kostenlos zur Verfügung gestellt.
Kröll: Wie viele deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an Covid-19
erkrankt? Waren das Mitarbeiter, die das Virus sozusagen aus einem
Urlaubsgebiet eingeschleppt hatten, oder wurden die Mitarbeiter durch
infizierte Patienten des Hauses angesteckt? Wie geht es diesen Mitarbei-
tern heute?
Tax: Es gab in meinem Bereich Mitarbeiter, die an Covid-19 erkrankt
sind. Die Ansteckungen haben sich teilweise im familiären, teil-
weise im beruflichen Umfeld ereignet. Von Mitarbeitern, die sich
diese Infektion während eines Urlaubs zugezogen hätten, ist mir
nichts bekannt. Die relativ geringen Ausfälle durch Covid-19-
Erkrankungen waren gut zu kompensieren. Den Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeitern geht es gut und sie sind mittlerweile wieder
im Berufsalltag angekommen.
Kröll: Die Nicht-Verfügbarkeit bzw. die nur mangelhafte Verfügbarkeit von
Schutzmaßnahmen wurde in Medien immer wieder angesprochen. Wie
war es damit in deinem Verantwortungsbereich? Waren deine Mitar-
beiter, die in die Betreuung von infizierten Patienten involviert waren,
ausreichend geschützt?
Der Umgang mit der Covid-19 Krise aus der Sicht der eines Universitätsklinikums
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https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08
Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Buch Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise"
Die Corona-Pandemie
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Titel
- Die Corona-Pandemie
- Untertitel
- Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Autoren
- Wolfgang Kröll
- Johann Platzer
- Hans-Walter Ruckenbauer
- Herausgeber
- Walter Schaupp
- Verlag
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Ort
- Baden-Baden
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7489-1058-9
- Abmessungen
- 15.3 x 22.7 cm
- Seiten
- 448
- Schlagwörter
- Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
- Kategorien
- Coronavirus
- Medizin
- Recht und Politik