Seite - 393 - in Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Bild der Seite - 393 -
Text der Seite - 393 -
ten Schutzmaßnahmen auch eingehalten wurden? Wie ist es dir
und deinen Mitarbeitern überhaupt gelungen, diesen Betrieb nach
außen so abzusichern, dass eigentlich nichts passiert ist und es zu
keiner enormen Steigerung von Infektionen innerhalb der 6.000
Angestellten kommen konnte?
Falzberger: Für das LKH-Universitätsklinikum Graz war es eine sehr
heikle Situation, da das Klinikum ursprünglich nicht primär
als Krankenhaus für die Versorgung von mit Covid-19 infi-
zierten Menschen vorgesehen war. Als sich das geändert hat,
haben wir innerhalb kürzester Zeit den Betrieb der Kranken-
anstalt von etwa 1.500 Betten um mehr als 1.000 Betten redu-
ziert, um die erforderliche Vorhaltung zu gewährleisten, so-
dass wir auch auf einen Ansturm infizierter Menschen gerüs-
tet gewesen wären. Wir haben aber sehr rasch erkannt, dass
in der Hochphase der Pandemie jeder Patient als potenziell
infiziert zu behandeln ist. Das war eine sehr schwierige Situa-
tion und gleichzeitig waren wir, die verantwortliche Füh-
rungsebene, auch damit konfrontiert und herausgefordert,
ob überhaupt ausreichend Schutzausrüstungen vorhanden
sind bzw. der Nachschub für die erforderlichen Schutzaus-
rüstungen gewährleistet ist. Es gab gerade zu Beginn auch
sehr viele Probleme durch die Unberechenbarkeit des Virus.
Oft wurden Patienten erst einige Tage nach der stationären
Aufnahme positiv auf das Virus getestet. Im gesamten Klini-
kum wurden selbstverständlich alle Vorschriften, die von der
Bundesregierung verfügt wurden, eingehalten und umge-
setzt.
Kröll: Wie ist es dir gelungen, trotz der durchgeführten Schutzmaßnah-
men den Betrieb dieses Unternehmens so aufrechtzuerhalten, dass
alle Mitarbeiter und in der Folge auch alle Patienten mit den er-
forderlichen Gütern versorgt werden konnten?
Falzberger: Die Aufrechterhaltung des Betriebes ist nur durch den un-
glaublichen Einsatz extrem engagierter Kolleginnen und Kol-
legen gelungen. Wir als Direktorium des LKH-Universitäts-
klinikums Graz können stolz darauf sein, dass wir solche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben.
Der Umgang mit der Covid-19 Krise aus der Sicht der eines Universitätsklinikums
393
https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08
Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
zurück zum
Buch Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise"
Die Corona-Pandemie
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Titel
- Die Corona-Pandemie
- Untertitel
- Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Autoren
- Wolfgang Kröll
- Johann Platzer
- Hans-Walter Ruckenbauer
- Herausgeber
- Walter Schaupp
- Verlag
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Ort
- Baden-Baden
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7489-1058-9
- Abmessungen
- 15.3 x 22.7 cm
- Seiten
- 448
- Schlagwörter
- Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
- Kategorien
- Coronavirus
- Medizin
- Recht und Politik