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form, wie sie in der Steiermark angedacht war, fortzusetzen
ist. Ich hoffe und erwarte mir, dass die politischen Verant-
wortlichen die Kraft und den Mut aufbringen, weiter in
Richtung Leitspitäler, wie insbesondere der Ennstal-Klinik,
zu arbeiten.
Kröll: Gibt es unter deinen Mitarbeitern welche, die durch das Virus in-
fiziert wurden? Falls ja, wie viele? Und vor allem: Wie geht es ih-
nen heute?
Falzberger: Es gab, Gott sei Dank, nur wenige Mitarbeiter aus meinem
Verantwortungsbereich, die infiziert wurden. Es ist aber
nicht feststellbar, ob sie sich im dienstlichen oder privaten
Umfeld angesteckt haben. Jene fünf erkrankten Mitarbeiter
aus meinem Bereich hatten im Wesentlichen keine großen
Gesundheitsprobleme, vielmehr verlief die Infektion leicht.
Ein Mitarbeiter wusste trotz der bestehenden Infektion nicht,
dass er überhaupt erkrankt war. Die Bestätigung erhielt er
viel später im Rahmen einer Routineuntersuchung.
Kröll: Nun scheint die Krise vorbei zu sein und der klinische Alltag be-
ginnt von Neuem. Wie gehst du damit um? Gelingt es, den Kli-
nikalltag wieder so herzustellen, wie er vor Corona war? Und wie
weit bist du damit?
Falzberger: Wir, das Direktorium dieses Krankenhauses, konnten fest-
stellen, dass das Herunterfahren des Krankenhausbetriebes
einfacher war als das Wiederhochfahren. Die noch immer
gültigen Abstandsregelungen führen dazu, dass es noch rela-
tiv lange dauern wird, bis wir wieder im Normalbetrieb ar-
beiten werden können. Wir mussten am Klinikum selbstver-
ständlich auch die medizinische Versorgung der Menschen
des Großraums Graz übernehmen. So war z. B. im Bereich
der Universitätsklinik für Innere Medizin Vollbetrieb, sodass
wir insgesamt am Klinikum eine “gemischte“ Situation hat-
ten.
Kröll: Wie sind aus deiner Sicht Mitarbeiter, Patienten und Besucher
mit diesen Einschränkungen klargekommen? Gab es Probleme mit
einer der Menschengruppen?
Falzberger: Sowohl Patienten und Besucher als auch Mitarbeiter sind
aufgrund der Informationspolitik der Bundesregierung sehr
gut informiert gewesen und alle haben für die getroffenen
Maßnahmen großes Verständnis gezeigt. Jetzt aber kommen
Der Umgang mit der Covid-19 Krise aus der Sicht der eines Universitätsklinikums
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https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08
Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Buch Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise"
Die Corona-Pandemie
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Titel
- Die Corona-Pandemie
- Untertitel
- Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Autoren
- Wolfgang Kröll
- Johann Platzer
- Hans-Walter Ruckenbauer
- Herausgeber
- Walter Schaupp
- Verlag
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Ort
- Baden-Baden
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7489-1058-9
- Abmessungen
- 15.3 x 22.7 cm
- Seiten
- 448
- Schlagwörter
- Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
- Kategorien
- Coronavirus
- Medizin
- Recht und Politik