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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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Gerald Pichler: Unsere Patienten – Menschen mit Demenz, kog- nitiv hochgradig eingeschränkte und sehr alte Menschen – zählten zur Risikogruppe dieser Pan- demie. Das war uns von Beginn an klar und wir wussten, dass wir diese Patienten auch im Erkran- kungsfall nicht in andere Krankenhäuser verlegen hätten können. Natürlich ist uns die Rolle und Be- deutung der Angehörigen bewusst, und deshalb war unsere Hoffnung, dass durch das Besuchsver- bot keine Verschlechterung im Befinden der Pati- enten auftritt. Der subjektive Eindruck unserer Be- handlungsteams war, dass es auf den Stationen ei- gentlich sehr ruhig war und dass auch ausreichend Zeit für unsere Patienten zur Verfügung stand. Dies hat möglicherweise sogar zu einer Verbesse- rung der Behandlungsqualität geführt. Verschlech- terungen im Befinden der uns anvertrauten Pati- enten wurden keine festgestellt, auch nicht bei Menschen mit Demenz. Wir konnten bei diesen Patienten sogar eine Reduktion der Verhaltensauf- fälligkeiten feststellen, zumindest haben wir das subjektiv so empfunden. Wolfgang Kröll: Bezogen auf euere Patienten: Waren die Empfehlun- gen und Präventivmaßnahmen, die die Regierung er- lassen hat, aus eurer Sicht sinnvoll und hilfreich, oder waren sie vielleicht gerade in eurem Setting überhaupt nicht umsetzbar? Walter Schippinger: Die Präventivmaßnahmen, wie sie von der Bun- desregierung vorgegeben wurden, waren aus mei- ner Sicht sowohl in ihrer Intensität als auch im Hinblick auf den gewählten Zeitpunkt vollkom- men richtig gewählt. Den Schutz der Patienten in altersmedizinischen Betreuungseinrichtungen wie der Albert-Schweitzer-Klinik mitzutragen, war ge- rade in der Anfangsphase der Pandemie nicht leicht, nicht nur für Besucher, sondern auch für externe Dienstleister, wie z.  B. Zeitungsausträger oder Fußpfleger. Aus meiner Sicht ist es der Bun- desregierung gelungen, der Bevölkerung die Schwere dieser Infektion verständlich zu machen, W. Schippinger, G. Pichler, H. J. Hohensinner, A. Thonhofer, K. Gubisch 410 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
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