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sodass dann in der Folge sowohl bei den Patienten
und deren Angehörigen als auch bei externen
Dienstleistern eine hohe Akzeptanz für die erfor-
derlichen Schutzmaßnahmen bestand und diese
dann auch von allen entsprechend mitgetragen
wurden.
Jörg Hohensinner: In der Albert-Schweitzer-Klinik waren wir in den
letzten 15 Jahren immer wieder mit verschiedens-
ten multiresistenten Erregern und den damit ver-
bundenen Herausforderungen konfrontiert. Daher
war es für uns relativ leicht möglich, die Präventiv-
und Schutzmaßnahmen der Bundesregierung um-
zusetzen. Zudem konnten wir uns auf das Ver-
ständnis unserer Mitarbeiter im Hinblick auf diese
Maßnahmen verlassen und hatten auch ausrei-
chend Schutzkleidung, Masken und Desinfekti-
onsmittel in unserer Klinik verfügbar. Dieses Vor-
wissen diente uns in dieser schwierigen Situation
sehr, einerseits im Umgang unserer MitarbeiterIn-
nen mit den PatientInnen, aber auch im Umgang
unsere MitarbeiterInnen mit den besuchenden
Angehörigen.
Gerald Pichler: Aus meiner Perspektive ist dem Gesagten nichts
mehr hinzuzufügen. Es waren in jeder Hinsicht
klare Anweisungen, deren Einhaltung natürlich
am Beginn der Krise sehr fordernd waren, handel-
te es sich doch um Eingriffe in die persönliche
Freiheit jedes Einzelnen. Aber wie man nun retro-
spektiv feststellen kann, waren diese Maßnahmen
sinnvoll, und sie haben aus meiner Sicht zu einem
guten Ergebnis geführt.
Wolfgang Kröll: Die Krise scheint vorbei zu sein. Retrospektiv betrach-
tet: Konntet ihr eure Patienten mehr oder weniger ge-
nauso adäquat versorgen, wie ihr es auch außerhalb
der Pandemie gemacht hättet? Wenn ihr dieses Szena-
rio, das ja leider Realität war, heute noch einmal wie-
derholen könntet, würdet ihr in derselben Situation
gleich handeln? Habt ihr, zumindest für euch betrach-
tet und unter der Prämisse, alles optimal umzusetzen,
Fehler gemacht, bzw. war es möglich, ohne Verlust den
Der Umgang mit COVID-19 in einer Sonderkrankenanstalt
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https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08
Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Buch Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise"
Die Corona-Pandemie
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Titel
- Die Corona-Pandemie
- Untertitel
- Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Autoren
- Wolfgang Kröll
- Johann Platzer
- Hans-Walter Ruckenbauer
- Herausgeber
- Walter Schaupp
- Verlag
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Ort
- Baden-Baden
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7489-1058-9
- Abmessungen
- 15.3 x 22.7 cm
- Seiten
- 448
- Schlagwörter
- Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
- Kategorien
- Coronavirus
- Medizin
- Recht und Politik