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testet worden. Weil sich ihre Symptome nicht gebessert ha-
ben, wurden noch weitere Tests durchgeführt, die dann po-
sitiv waren. Sie wurde dann vom Krankenhaus auf die
Covid-Station verlegt, wo sie dann nach einigen Tagen ver-
storben ist – mit ziemlicher Sicherheit aufgrund des
Corona-Virus.
Platzer: Sind dann alle MitarbeiterInnen und BewohnerInnen sofort ge-
testet worden?
Pichler: Ja! Als klar war, dass die Bewohnerin an Covid-19 erkrankt
war, hat sich sofort auch die Amtsärztin gemeldet, und
dann sind alle getestet worden. Es ging dann auch sofort
um die Kontaktpersonen-Verfolgung, also um die Frage,
wer innerhalb eines bestimmten Referenz-Zeitraumes mit
welchen Personen Kontakt hatte.
Platzer: Wie ist dann weiter vorgegangen worden?
Pichler: Dann kam es zu einer Klassifizierung der Personen, die mit
der Erkrankten Kontakt hatten, in die Risikogruppen eins,
zwei und drei. Alle, die zur Risikogruppe eins gehörten,
mussten sofort nach Hause in Quarantäne gehen. Davon
waren dann gleich zwei Pflegeteams betroffen. Wir arbeite-
ten damals nach einem Pandemie-Dienstplan, indem wir
die Pflegepersonen in drei fixe Gruppen eingeteilt hatten,
um Kontakte untereinander so gut es geht zu reduzieren
bzw. zu vermeiden. Auch die Wohnbereiche wurden sofort
getrennt. Das hat sich letztlich als sinnvoll erwiesen, da der
Großteil der MitarbeiterInnen wieder nach einer bestimm-
ten Zeit aus der Quarantäne zurückkehren konnte, da sie
zum Glück nicht infiziert waren.
Platzer: Wie viele MitarbeiterInnen und BewohnerInnen wurden positiv
auf das Corona-Virus getestet?
Pichler: In Summe wurden drei MitarbeiterInnen, inklusive der
Pflegedienstleiterin, und zwei BewohnerInnen positiv getes-
tet.
Platzer: Welche Maßnahmen wurden nach den ersten positiven Test-
ergebnissen gesetzt?
Pichler: Als wir von einem weiteren positiven Testergebnis einer
über 90-jährigen Bewohnerin in Kenntnis gesetzt worden
sind, war diese noch bei uns im Haus. Sie befand sich da-
mals in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. In un-
Barbara Derler und Brigitte Pichler – befragt von Johann Platzer
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https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08
Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Buch Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise"
Die Corona-Pandemie
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Titel
- Die Corona-Pandemie
- Untertitel
- Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Autoren
- Wolfgang Kröll
- Johann Platzer
- Hans-Walter Ruckenbauer
- Herausgeber
- Walter Schaupp
- Verlag
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Ort
- Baden-Baden
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7489-1058-9
- Abmessungen
- 15.3 x 22.7 cm
- Seiten
- 448
- Schlagwörter
- Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
- Kategorien
- Coronavirus
- Medizin
- Recht und Politik