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Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
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spräche entstanden. Wir sind aber vor allem auch als Team viel mehr zusammengewachsen. Platzer: Wie haben Sie dann die schrittweisen Lockerungen der Maßnah- men erlebt? Pichler: Die Bewohner haben sich natürlich riesig darüber gefreut, dass sie endlich wieder in die Gemeinschaftsräume gehen und mit den BewohnerInnen aus den verschiedenen Wohn- bereichen reden konnten. Die Lockerungen vollziehen sich aber äußerst langsam. Wir sind noch vorsichtig bei Veran- staltungen oder Gruppentreffen im Haus. Platzer: Und wie sind die Lockerungsmaßnahmen bei den Angehörigen aufgenommen worden? Ist es dann eigentlich schnell zu einem Besucheransturm gekommen? Derler: Nein. Das hat sich erst allmählich entwickelt. Viele Angehö- rige hatten zu Beginn noch Angst. Und wir merken nach wie vor, dass zwar die engeren Angehörigen öfters auf Be- such kommen, Nachbarn, Freunde oder die „weiteren Ver- wandten“ jedoch weit weniger oft. Diese Gruppe hält sich nach wie vor zurück. Platzer: Gibt es schon erste Evaluierungen? Pichler: Nein, das ist noch zu früh. Da fehlt uns jetzt einfach die Zeit dafür. Platzer: Mit welchen wirtschaftlichen Auswirkungen rechnen Sie? Pichler: Da haben wir dieses Jahr auf jeden Fall einen riesigen wirt- schaftlichen Schaden. Wir mussten ja zusätzlich in die gan- zen Schutzmaßnahmen investieren. Außerdem kamen und kommen immer noch Überstunden dazu und niemand konnte auf Urlaub gehen. Wie das alles zukünftig organi- siert und finanziert werden soll – bzw. von wem –, das weiß ich zum heutigen Zeitpunkt alles noch nicht. Platzer: Was werden Ihre nächsten Schritte sein? Pichler: Wir brauchen demnächst eine intensive Aufarbeitung und Reflexion des Erlebten. Diese Wochen und Monate waren ja für alle eine traumatische Erfahrung – sowohl für die Mit- arbeitenden als auch für die BewohnerInnen. Das ist die eine Ebene. Und auf einer zweiten Ebene müssen wir als Team und Organisation reflektieren: Was hat diese Krise mit uns gemacht? Welche Strukturen und Maßnahmen ha- Barbara Derler und Brigitte Pichler – befragt von Johann Platzer 436 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Titel
Die Corona-Pandemie
Untertitel
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Autoren
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Herausgeber
Walter Schaupp
Verlag
Nomos Verlagsgesellschaft
Ort
Baden-Baden
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Abmessungen
15.3 x 22.7 cm
Seiten
448
Schlagwörter
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Kategorien
Coronavirus
Medizin
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