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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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38 | Ständestaat und Rotes Wien über die Planverfassung der städtischen Wohnbauten in Wien, aber auch Überprüfung und Begutachtung von Plänen amtsfremder ArchitektInnen hatte dabei die Magistrats- abteilung 24 Architektur inne.118 Damit ging die endgültige Festschreibung der schon praktizierten Einteilung von Wohnungen in drei Größen und der Normierung von Fens- tern, Türen, Zimmerhöhen, Treppen sowie Küchen einher. Neu hingegen war eine Ein- teilung der Gebäudehöhe in Bauklassen.119 Gründerzeitliche Lichthöfe konnten aufgrund der Festschreibung der Bebauungsdichte, der Festlegung des Lichteinfalls und der Gebäu- dehöhe aber nicht mehr gebaut werden. Die Bauordnung fixierte damit die Folgerungen aus der bisherigen kommunalen Bautätigkeit Wiens.120 Im Wohnbauprogramm des Roten Wien wurden neben den beamteten Architekten eine Vielzahl an PrivatarchitektInnen beauftragt. Die Mehrzahl davon waren Schüler von Otto Wagner, der an der Akademie der bildenden Künste unterrichtet hatte.121 Für die Gemeinde arbeiteten aber auch Schüler der Akademie von Peter Behrens, sowie ArchitektInnen der Kunstgewerbeschule Wien122 und der Technischen Hochschule Wien.123 Alle politischen Lager sowie alle Kunstrichtungen warten vertreten. Um nur einige bedeutende Architekten zu nennen: Hermann Aichinger, Leopold Bauer, Anton Brenner, Karl Ehn, Max Fellerer, Josef Frank, Rudolf Frass, Hubert Gessner, Alfons Hetmanek, Oswald Haerdtl, Josef Hoff- mann, Clemens Holzmeister, Emil Hoppe, Ernst Lichtblau, Engelbert Mang, Robert Oerley, Alexander Popp, Heinrich Schmid, Otto Schönthal, Hermann Stiegholzer, Oskar Strnad.124 Rund 190 ArchitektInnen schufen bis 1934 an die 760 Gemeindewohnhäuser.125 Aus verschiedenen Schulen und Richtungen kommend, arbeiteten sie pragmatischerweise vor der Gemeinde zusammen, oft auch in Planungsteams. Nur so konnte durch die Übernahme 118 Statistische Abteilung der Gemeindeverwaltung des Reichsgaues Wien, Die Gemeindeverwaltung der Stadt Wien im Jahre 1938 – Verwaltungsbericht, Wien, 1941, S. 125. 119 Weihsmann, Das Rote Wien, 2002, S. 129. 120 Salomon Rosenblum, Die sozialpolitischen Massnahmen der Gemeinde Wien, Bern, 1935, S. 130 f. Im Ständestaat wur- de 1936 zwar eine Abänderung der Bauordnung durchgeführt, diese stellte aber keinen fundamentalen Eingriff dar, vgl.: Stadtgesetz vom 2. Juli 1936 betreffend Abänderung der Bauordnung für Wien, in: Gesetzblatt der Stadt Wien, 31. Juli 1936, 14. Stück, Nr. 33, Wien, 1936, S. 107. 121 Gerade die Schüler Otto Wagners lieferten dem so genannten Revolutionären Stil des Roten Wien, der neben dem bür- gerlichen und dem sachlichen Stil wirkte, wichtige Impulse, vgl.: Institut für österreichische Kunstforschung des Bun- desdenkmalamtes (Hg.), Österreichische Kunsttopographie, Bd. XLIV, Die Kunstdenkmäler Wiens – Die Profanbauten des III., IV. und V. Bezirkes, Wien, 1980, S. 618; Die sogenannten Volkswohnungspaläste blieben laut Feller und Bernard durch die Schüler Wagners aber auch in bürgerlichen Traditionen verhaftet, vgl.: Feller, Bernard, Brüche, in: Österreichi- scher Kunsthistorikertag (Hg.), „Kunstrealitäten“, 1997, Tagungsband, S. 125. 122 Seit 1998 die Universität für angewandte Kunst. 123 Die Technische Hochschule Wien wurde 1975 zur Technischen Universität Wien. 124 Kurzbiografien der ArchitektInnen finden sich mitsamt mehr oder weniger vollständigen Werksverzeichnissen in: Weihsmann, Das Rote Wien, 1985; Weihsmann, In Wien erbaut, 2005; www.architektenlexikon.at; Ursula Prokop forscht verstärkt am jüdischen Erbe der Wiener Architektur, vgl.: Prokop, Das jüdische Erbe, 2016. 125 Schütte-Lihotzky, Architektin, 2004, S. 99. Open Access © 2017 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Wien Köln Weimar
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
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