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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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Der Städtebau im schwarzen Wien | 49 der Stadtplanung im Ständestaat.26 Diese Umstrukturierung wurde für die neuen Aufgaben bewerkstelligt, die Bürgermeister Schmitz dem Stadtbauamt zugedacht hatte. 2.1.1.2 Beseitigung der Finanzierungsstrategien des Roten Wien Am 17. Mai 1934 wurde in der ersten Sitzung der gesäuberten Stadtvertretung ein Sofort- programm von öS 60 Mio., mit einer Beteiligung des Bundes von öS 10 Mio., vorgestellt. Dieses beinhaltete neben dem Bau infrastruktureller Einrichtungen wie dem Bau von Brücken, Hochquellwasserleitungsbehälter und dem Ausbau von Schulen auch den Umbau von verkehrsbehindernden Wohnhäusern durch sogenannte Assanierungsbauten. Zusätzlich war die Instandsetzung von Althäusern mit öS 5.5 Mio., die Förderung des Baus von sogenannten Familienasylen mit öS 2 Mio. und die neuzeitliche Ausgestaltung von Stra- ßenzügen mit öS 17 Mio. inkludiert.27 Die Maßnahmen zielten nicht nur auf die Ankur- belung der Wirtschaft ab, sondern auch auf die Senkung der Arbeitslosenzahlen durch die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten.28 Um das Bauprogramm durch die private Bauwirtschaft zu ermöglichen, wurde die sozialdemokratische Wohnbausteuer innerhalb der Steuerordnung im Juni 1934 in eine Mietsaufwandssteuer umgewandelt. So konnten mit der Abschaffung von Luxussteuern wie der Hauspersonalsteuer, der Genussmittelsteuer, der Lustbarkeitssteuer und der vexatorischen Pferdeabgabe auch die Kritikpunkte am Roten Wien beseitigt werden.29 Kom- pensiert wurde ihr Ausfall durch die Anhebung der Mietzinse der Gemeindebauten um durchschnittlich 70 %,30 und die Einhebung von Abgaben breiter Kreise der Bevölkerung, beispielsweise auf Trinkwasser und die Müllabfuhr.31 Somit wirkte sich die steuerliche Umverteilung auf Kosten der ärmeren Bevölkerungsschichten aus.32 Die Einführung der Massensteuern war nötig geworden, um das Bürgertum durch weitgehende Steuerbefreiungen als soziale Basis für den Aufbau des schwarzen Wien zu gewinnen und gleichzeitig die entgangenen Steuereinnahmen zu kompensieren. Trotzdem konnte wegen der Sanierung des Bundesbudgets und der andauernden Weltwirtschaftskrise kein ausgeglichenes Budget im ständestaatlichen Wien erreicht werden.33 2.1.1.3 Umwertung der Gemeindebauten im bürgerlichen Lager Bereits Anfang der 1930er Jahre unterlagen die sozialdemokratischen Gemeindebauten einer politischen Umwertung durch die autoritär agierende Bundesregierung. Diese für 26 Weihsmann, In Wien erbaut, 2005, S. 262. 27 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Drei Jahre neues Wien, 1937, S. 19 f. 28 Trinkaus, Wohnbaupolitik, 2013, Diplomarbeit, S. 28. 29 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Drei Jahre neues Wien, 1937, S. 23. 30 Maderthaner, 1860 bis 1945, in: Csendes, Opll (Hg.), Wien, Bd. 3: 1790 bis zur Gegenwart, 2006, S. 479. 31 Feller, Baupolitik, 1991, Diplomarbeit, S. 20 f. 32 Baltzarek, Bundeshauptstadt, in: Verein für Geschichte der Stadt Wien (Hg.), Wiener Geschichtsblätter, 29. Jg., Wien, 1974, Sonderheft 2, S. 72. 33 Maderthaner, 1860 bis 1945, in: Csendes, Opll (Hg.), Wien, Bd. 3: 1790 bis zur Gegenwart, 2006, S. 478 f.
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
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