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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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58 | Wien im Ständestaat sentation und Legitimation des politischen Regimes verliehen werden.85 Die Ausge- staltung öffentlicher Orte nahm dabei einen bedeutenden symbolischen Raum ein, der an die Modernisierung des Verkehrsnetzes gekoppelt wurde. Bahnhöfe, Postämter, Kinos und Sportstätten sollten als Vorzeigeprojekte der politischen Systeme dienen.86 Während sich in der ungewohnten Größe der Gebäude, vor allem bei der Verkehrsin- frastruktur, die Innovationsfähigkeit des italienischen Faschismus widerspiegeln sollte, blieb die architektonische Gestalt und Lage der Bauwerke in traditionellen Mustern verhaftet. Laut Bodenschatz konnte so das Gegensatzpaar Innovation und Tradition weitgehend aufgelöst werden.87 Schon kurz nach der Unterzeichnung der Römischen Protokolle 1934 war es zu einer Annäherung der kulturellen Beziehungen zwischen Italien und Österreich gekommen.88 Gerade der geplante Umbau Roms mittels großer Assanierungsprojekte für Wohnbauten und Verwaltungsgebäude hatte es dem Bundeskulturrat und Architekten Karl Holey89 angetan, wie er 1936 in der italienischen Botschaft in Wien während eines Vortrages erklärte.90 Die Anknüpfungspunkte von Architekturformen des italienischen Faschismus mit denen der Bauten des Dollfuß-/Schuschnigg-Regimes wurden Ende 1937 durch eine Ausstellung über Italiens Städtebaukunst betont. Sie wurde vom Präsidenten des italienischen Kulturinstitutes und gleichzeitig Gesandten Italiens91 in Wien, Francesco Salata, 85 Bodenschatz, Diktatorischer Städtebau, in: Mattioli, Steinacher (Hg.), Faschismus, 2009, S. 56–58. 86 Aram Mattioli, Architektur und Städtebau in einem totalitären Gesellschaftsprojekt, in: Ebd., S. 21–23. 87 Bodenschatz, Diktatur, in: Czech, Doll (Hg.), Propaganda, Ausstellungskatalog, 2007, S. 58. 88 Durch das bilaterale Abkommen zwischen Österreich und Italien entfaltete sich eine intensive Ausstellungstätig- keit in Wien, die vom italienischen Presse- und Propagandaministerium forciert und vom italienischen Kulturinstitut durchgeführt wurde. Die erste Ausstellung fand 1933 im Wiener Künstlerhaus unter dem Titel Moderne Italienische Kunst statt. 1935 wurde in der Wiener Secession die Ausstellung Italienische Plastik der Gegenwart durchgeführt und 1937 die Ausstellung Italiens Städtebaukunst, vgl.: Monika Mayer, Aspekte des Wiener Ausstellungswesens im Austrofaschismus und im Nationalsozialismus – am Beispiel des Künstlerhauses und der Secession, in: Herbert Posch, Gottfried Fliedl (Hg.), Politik der Präsentation – Museum und Ausstellung in Österreich 1918–1945, Wien, 1996, S. 81. 89 Er errichtete das österreichische Kulturinstitut in Rom, Gio Ponti das italienische in Wien. 90 Elisabeth Klamper, Die böse Geistlosigkeit – Die Kulturpolitik des Ständestaates, in: Tabor (Hg.), Kunst und Diktatur, Bd. 1, 1994, S.130 f. 91 Neben der italienischen Gesandtschaft in Wien interessierten sich auch die französische und die argentinische für den Volkswohnungsbau des Ständestaates, insbesondere für dessen Wohnungsgrundrisse und Finanzierung. Diesbezüg- liche Anfragen Mitte bis Ende 1937 wurden mit der Versendung von den in dieser Arbeit verwendeten Broschüren Wien im Aufbau: Wohnungswesen und Familienasyle beantwortet. Zusätzlich wurden die allgemeinen und technischen Richtlinien zu den später vorgestellten Randsiedlungsaktionen I und II sowie das Ansuchformular für das Kleinwoh- nungsbauförderungsgesetzes von 1937 verschickt, vgl.: Akt: Volkswohnungen und Arbeiterhäuser, Note des BKA we- gen Anfrage der Argentinischen Gesandtschaft, in: AdR BMfsV 1, 7. BWSA, Schachtel: 3400. Open Access © 2017 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Wien Köln Weimar
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
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