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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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60 | Wien im Ständestaat von der Vaterländischen Front für Propagandazwecke benutzt und konnten so in einen öffentlichen Diskurs eingeführt werden. Trotzdem besteht die Bedeutung der hier vorge- stellten Projekte in ihrem Hinweis auf die dringlichen Probleme des Wiener Städtebaus um die Schaffung von zentralen infrastrukturellen Verkehrsbauten. Vor allem im univer- sitären Bereich wurde mit der Adaption internationaler, städtebaulicher Lösungen für die Verkehrsstadt Wien experimentiert. 2.1.2.2.1 Wiener Stadtflughafen von Brigitte Kundl Der Wiener Stadtflughafen, den Brigitte Kundl in ihrer Meisterarbeit bei Siegfried Theiss entwarf, sollte städtebaulich die Entwicklung Wiens zum internationalen Flugverkehrs- knotenpunkt unterstützen. Die Dimensionierung des Entwurfs wies vor allem auf die Dringlichkeit der Schaffung eines Gesamtverkehrskonzeptes hin. „Der Städtebauer kann nicht nur an den Architekten das Verlangen stellen, zweckmässig örtliche Lösungen zu finden, sondern er muss von ihm in vorbedachter Weise zukünftige Entwicklungen beherr- schen lassen. Von dem Gesichtspunkt einer neuen geistigen und technischen Umstellung ausgehend, wurde dieses Projekt als grosszügige Zukunftslösung aufgestellt.“99 Der Flugverkehr wurde von Kundl nicht nur als Massentransportmittel der Zukunft verortet, sondern auch dessen Aufgabenbereich des Luftpostdienstes und des Luftfracht- verkehrs bedacht.100 Daneben erläuterte sie die Einsatzmöglichkeiten des Flugzeuges bei Naturkatastrophen durch Abwurf von Versorgungsgütern, im Sanitätsdienst, beim Trans- port von Wertgegenständen und der Umgehung von Streiks bei traditionellen Verkehrs- mitteln wie beispielsweise der Eisenbahn.101 Die Situation in Wien war, laut Kundl, durch das bereits bestehende Luftverkehrsstre- ckennetz vorgegeben, das als Knotenpunkt in günstiger geografischer Lage einen inter- nationalen Anschluss nach Osten und Süden gewährleistete. Der bereits am 20. März 1918 installierte österreichische Linienflugverkehr von Wien nach Lemberg wurde bis 1931 auf die Städte Prag, Warschau, Budapest, Belgrad, Venedig, und Mailand ausgedehnt. 1931 wurden bereits 13.851 Flüge mit 22.496 Passagieren durchgeführt.102 Dieser wachsenden Bedeutung des Flugverkehrs sollte durch eine innerstädtische Lage des Flughafens Rechnung getragen werden. Durch die Platzwahl sollten Anschlüsse an das Verkehrsnetz der Stadt gewährleistet werden, um die Reisezeit oder Transportzeit möglichst auf ein Minimum zu reduzieren.103 Der Flughafen in XXII., Aspern, der in beträchtlicher Entfernung zum Stadtzentrum über der Donau lag, sollte aufgegeben wer- den.104 Stattdessen sollte ein Stadtflughafen als Verkehrsknotenpunkt am Gelände des 99 Brigitte Kundl, Ein Stadtflughafen für Wien, Wien, 1935, Dissertation, S. 59. 100 Ebd., S. 1–3. 101 Ebd., S. 7 f. 102 Ebd., S. 17–19. 103 Ebd., S. 13. 104 Ebd., S. 19 f. Open Access © 2017 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Wien Köln Weimar
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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