Seite - 75 - in Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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Geschosswohnungsbau im Ständestaat | 75
unter Mitwirkung des Finanzministers Kurt Schuschnigg, das kommunale Bauprogramm
der Sozialdemokratie durch die Streichung sämtlicher öffentlicher Förderungen zu Fall
gebracht worden.201 Die Stadtregierung rechtfertigte das Abgeben der kommunalen
Wohnbaupolitik in die Hand der Privatwirtschaft damit, dass die Gemeinde Wien nicht
den gesamten Bedarf einer Millionenstadt decken kann und sich ebenfalls um andere
Aufgabenfelder kümmern muss.202
Die Assanierungspolitik wurde als Mittel zur „Beseitigung verkehrsbehindernder
Häuserblocks“203 propagiert. Die an deren Stelle neu errichteten Geschäfts- und Wohn-
hausbauten sollten das Stadtbild abrunden.204 Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der
Förderung privater Hausbauten in bürgerlichen Bezirken. Gebaut wurde für den Mittel-
stand.205
201 Aufwärts durch Pistor, 1933, S. 28–32.
202 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Drei Jahre neues Wien, 1937, S. 26.
203 Wir bauen auf, Juli 1934–Juli 1937, 1937, Heft 12, S. 45.
204 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Drei Jahre neues Wien, 1937, S. 20.
205 Plischke, Assanierungsfonds, in: Tabor (Hg.), Kunst und Diktatur, Bd. 1, 1994, S. 222.
Abb. 21 Der Abriss verkehrsbehindernder Häuser und deren Neubau waren der Inhalt der ständestaatlichen Assanierungs-
politik. Hier ist der Straßendurchbruch der verlängerten Operngasse im Freihaus-Viertel zu sehen. (Anonym um 1935).
Das Schwarze Wien
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
- Titel
- Das Schwarze Wien
- Untertitel
- Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
- Autor
- Andreas Suttner
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien - Köln - Weimar
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20292-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 296
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918