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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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78 | Wien im Ständestaat mensschichten begünstigten.215 Die schnelle Erschöpfung der Gelder hatte der Wohn- bauförderung 1932 ein jähes Ende gesetzt.216 Die teuren Wohnungen in den privaten Wohnhäusern waren im Vergleich zu den billigen Mietpreisen des Roten Wien nicht ren- tabel. Damit war die Reaktivierung der privaten Bautätigkeit durch die Bundesregierung 1932 eindeutig gescheitert.217 Schmitz konnte erst nach der Ausschaltung des sozialen Wohnbaus und der Änderung gesetzlicher Grundlagen in Wien die Wiederbelebung der Förderung privater Bautätigkeit versuchen. Der Assanierungsfonds wurde trotzdem mit geringeren Mitteln ausgestattet als der Wohnbauförderungsfonds. Auch dessen Darlehen mussten höher verzinst zurückgezahlt werden.218 Realität war ferner, dass diese oft verspätet ausbezahlt wurden und die Bau- führer sich einen Zwischenkredit aufnehmen mussten, was zu einer Verteuerung der Bauvorhaben führte. Dies veranlasste den Direktor der Zentralsparkasse Friedrich Thausing dazu, aufgrund der begrenzten und damit übersehbaren Anzahl der Bauvorhaben die Stadt Wien als Bürge und Zahler sowie zur Sicherstellung des Grundbucheintrages anzuhalten.219 Im Februar 1936 wurden dann die Bestimmungen des Fonds220 auf die Verbesserung städtebaulicher Verhältnisse ausgedehnt und mit nicht rückzahlbaren Darlehen unterstützt.221 Nach der Wiederverlautbarung222 des Fonds im März 1936 zog sich jedoch die Bundes- regierung als Mitfinanzier zurück und überließ das Feld der Wiener Gemeindeverwaltung, was ein Zusammenschmelzen der durch das Bundesgesetz dotierten öS 6 Mio. auf öS 600.000 nach sich zog.223 Zur Kompensation des Subventionsausfalles wurde im April sogar angeregt, den Fonds auf die Verbauung von bereits bestehenden Baulücken auszu- dehnen, um die Niederlegungskosten der Häuser sparen zu können.224 Der Assanierungsfonds hatte aufgrund seiner geringen wirtschaftlichen Ausgestaltung nur wenig Einfluss auf das Baugeschehen in Wien.225 Laut eigenen Angaben der Wiener Stadtverwaltung wurden damit in den Jahren 1934 bis Anfang 1938 insgesamt 55 Geschoss- 215 Laut Wilhelm Bonczak, dem Präsidenten des Zentralverbandes der gemeinnützigen Baugenossenschaften in Öster- reich, entzog das Bundesgesetz zur Förderung der Wohnbautätigkeit dem gemeinnützigen Wohnbau öffentliche Gel- der, vgl.: Bonczak, Wohnungsfürsorge, 1947, S. 173 f. 216 Türr, Wohnungsprobleme Österreichs, 1933, S. 184 f. 217 Rosenblum, Gemeinde Wien, 1935, S. 147 f. 218 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Wiener Assanierungsfonds, 1937, S. 7 f. 219 Herrmann, Förderung der Bautätigkeit, in: Österreichische Bauzeitung, 1. Jg. Wien, April 1936, Nr. 10, S. 113. 220 Gesetzblatt der Stadt Wien Nr. 19/1936: Stadtgesetz vom 21. Februar 1936, betreffend die Änderung der Bestimmun- gen über den Wiener Assanierungsfonds. 221 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Drei Jahre neues Wien, 1937, S. 25. 222 G.Bl. der Stadt Wien Nr. 21/1936: Verordnung des Bürgermeisters der Stadt Wien vom 14. März 1936 betreffend die Wiederverlautbarung der Verordnung über den Wiener Assanierungsfonds. 223 Friedrich Thausing, Das Problem der Assanierungsbauten, in: Österreichische Bauzeitung, 1. Jg. Wien, April 1936, Nr. 10, S. 114. 224 Herrmann, Förderung der Bautätigkeit, in: Österreichische Bauzeitung, 1. Jg. Wien, April 1936, Nr. 10, S. 113. 225 Melinz, Unger (Hg.), Wohlfahrt und Krise, 1996, S. 45. Open Access © 2017 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Wien Köln Weimar
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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