Seite - 79 - in Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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Geschosswohnungsbau im Ständestaat | 79
wohnungsbauten unterstützt.226 Bis Ende 1936 konnten nur rund 40 bewilligten inner-
städtischen Umbauten insgesamt öS 14.912.000 zugesagt werden. 398 Wohnungen wurden
dabei, laut offiziellen Angaben, durch 1.329 Kleinwohnungen227 ersetzt.228 Am Beginn des
Jahres 1937 sollten 14 Geschosswohnungsbauten neu errichtet und zehn aus dem Jahr
1936 fertig gestellt werden. Für die 24 Objekte mit 713 Klein- und Mittelwohnungen
wurden öS 7 Mio. der öS 18 Mio. Gesamtkosten aufgewendet.229 Für Ende 1937 waren
rund öS 2 Mio. für den Umbau von fünf Häusern der Wollzeile230 veranschlagt, die allesamt
zur Ausführung kamen. Weiters wurden öS 1.290.000 zum Bau von Sozialeinrichtungen,
von Siedlungen sowie zum Bau eines Durchganges von der VII., Neubaugasse 17/19 in
die Seidengasse bereitgestellt.231
Finanziert wurden mit dem Assanierungsfonds aber nicht nur Hochbauten, sondern
auch besondere städtebauliche Anliegen von Schmitz, wie etwa die Niederlegung des Hauses
I., Tiefer Graben 38/Maria am Gestade 8 zur Errichtung einer Stiegenanlage, der Neubau
des Pfarrhofes V., Wiedner Hauptstraße 105 und der Bau des Kahlenbergrestaurants an
der Höhenstraße.232 Die Gelder wurden auch verstärkt für die Finanzierung des Straßen-
baus herangezogen, beispielsweise wurde für die Wientalstraße eine Unterführung in der
XIII., Hietzinger Hauptstraße 1 ausgeführt. Weiters wurde der bereits im Kapitel Brücken-
und Straßenbau beschriebene Neubau von zwei Straßen im Gebiet Grinzing des Bezirkes
XIX. Döbling als Zubringer zur Höhenstraße geplant.233 Aufgrund der geringen Mittel
sollte ab 1938 der Straßenbau endgültig zugunsten der Hochbautätigkeit zurückgenommen
werden.234 Für Anfang des Jahres waren noch drei Stockwerkshäuser geplant, die aber nicht
mehr zur Ausführung kamen.235
Finanziert wurden die Wohnhäuser genauso wie der Bau der technischen Infrastruktur
nicht in der Tradition des Wiener Stadtbauamtes, sondern fast vollständig aus Fremdmit-
226 Wiener Assanierungsfonds 1938, in: Amtsblatt der bundesunmittelbaren Stadt Wien, Jg. 46, Nr. 8, 19. Februar 1938,
S. 3.
227 Im Vergleich dazu der Förderaufwand der Bundesregierung zur Schaffung von Kleinwohnungen. 1935 wurden bundes-
weit 657 Klein-, 233 Mittel- und 45 Ledigenwohnungen geschaffen. Die Baukosten betrugen insgesamt öS 4.169.480,
die Bundeszuschüsse öS 489.585, vgl.: Die Hochbauförderung der Bundesregierung 1935, in: Österreichische Bauzei-
tung, 2. Jg. Wien, März 1937, Nr. 8, S. 86.
228 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Wiener Assanierungsfonds, 1937, S. 7.
229 Die Wiener Assanierungsbauten im Jahre 1937, in: Österreichische Bauzeitung, 2. Jg. Wien, Februar 1937, Nr. 4, S. 42.
230 I., Wollzeile 21, 23, 30, 32 und I., Wollzeile 35/Postgasse 1,3.
231 Aus der Wiener Gemeindestube – Stadtrandsiedlung und Assanierungsbauten, in: Österreichische Bauzeitung, 2. Jg.
Wien, November 1937, Nr. 42, S. 508.
232 Mistelbauer, Wohnbau, 2016, Diplomarbeit, S. 58.
233 Aus der Wiener Gemeindestube – Stadtrandsiedlung und Assanierungsbauten, in: Österreichische Bauzeitung, 2. Jg.
Wien, November 1937, Nr. 42, S. 508.
234 Amtsblatt der bundesunmittelbaren Stadt Wien, Jg. 46, Nr. 1, 1. Jänner 1938, S. 1.
235 III., Fasangasse 14, VII., Neustiftgasse 43; XIII., Lainzer Straße 138, vgl.: Wiener Assanierungsfonds 1938, in: Amtsblatt
der bundesunmittelbaren Stadt Wien, Jg. 46, Nr. 8, 19. Februar 1938, S. 3.
Das Schwarze Wien
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
- Titel
- Das Schwarze Wien
- Untertitel
- Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
- Autor
- Andreas Suttner
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien - Köln - Weimar
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20292-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 296
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918