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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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Geschosswohnungsbau im Ständestaat | 81 Die einheitliche Verbauung um ein Parkviertel wurde 1916 begonnen. Durch die Verschie- bung des Projektes in die 1920er Jahre und eine damit einhergehende Veränderung des städtischen Wohnbaukonzeptes im Roten Wien konnte die private Verbauung aber nur teilweise durchgeführt werden. Vielmehr erfuhr das großbürgerliche Viertel durch den Bau von Gemeindebauten eine weitreichende Veränderung der sozialen Struktur.239 Damit stand im Modena-Viertel die Verbauung durch privat finanzierte Wohnhäuser mit der der Gemeindebauten in direkter Konkurrenz. Nicht so im nichtkommunalen Miethausensemble im IV. Bezirk, das durch die Verlän- gerung der Operngasse auf dem Gelände des ehemaligen Freihauses entstand. Die Ver- bauung der Freihausgründe lag durch die Änderung der Gemeindebaustrategie 1923240 bis zum Bau eines Gebäudes der Krankenkasse Ecke Operngasse 9/Treitlstraße 3 lange Zeit brach.241 Nach dem vorzeitigen Ende der Wohnbauförderung 1932 konnte erst mit der Initiierung des Assanierungsfonds 1934 wieder eine private Bautätigkeit in diesem Viertel entfaltet werden.242 Bei der Sitzung des Kuratoriums des Wiener Assanierungsfonds am 25. Dezember 1934 wurde der Umbau der Freihausgründe erstmals besprochen. Dadurch konnte eine vor dem Ersten Weltkrieg in der Mühlgasse begonnene Neubebauung243 weitergedacht wer- den. Die Verlängerung der Operngasse sollte mit einem grundlegenden Umbau des Vier- tels gekoppelt werden. Als erste Objekte wurden die Schleifmühlgasse 12 und 14 für den Abriss bestimmt, um die Verbindungsstraße zwischen Naschmarkt und Wiedner Hauptstraße zu erweitern. Die Ecke Margaretenstraße und Schleifmühlgasse sollte nebst angeschlos- senem Haus in der Operngasse als nächstes abgebrochen werden. An beiden Stellen 239 Die Verbauung mit späthistorischen Zinshäusern wurde 1923 begonnen: Am Modenapark 3, Friedrich Mahler, 1930, Baugesellschaft Reform; Am Modenapark 6, Baugesellschaft Carl Korn, 1923, Bauherr AG für Wohnungsbauten; Gott- fried-Keller-Gasse 11, Ernst Epstein, 1924, Bauherr E. Epstein; Gottfried-Keller-Gasse 13, Ernst Epstein, 1929, Bauge- sellschaft Carl Korn. Die Gemeindebauverbauung ab 1929: Am Modenapark 7, Rudolf Frass, 1930; Grimmelshausen- gasse 6–8, Leo Kammel und Reform Baugesellschaft, 1930, Bauherr „Austria“ Gemeinnützige Genossenschaft zur Beschaffung von Wohnungen für öffentlich Angestellte; Grimmelshausengasse 10, Dr. Armand Weiser, 1929, Bauherr Gemeinde Wien. Daneben entstand 1931 ein Haus in sachlich kubischen Formen: Das Haus Am Modenapark 10, Sieg- fried C. Drach und Alexander Osterberger, vgl.: Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Bd.III/1 Wien 1.–12. Bezirk, St. Pölten – Salzburg, 2010, S. 122; Institut für österreichische Kunstforschung des Bun- desdenkmalamtes (Hg.), Österreichische Kunsttopographie, Bd. XLIV, 1980, S. 102 f. 240 Einer der Großbesitzer wurde nach dem Abwandern des Naschmarktes aus dem Freihaus die Allgemeine Baugesell- schaft Porr AG, deren Grundstück zwischen Friedrichstraße und Resselgasse sowie zwischen Wiedner Hauptstraße und Operngasse lagen. Sie gehörte 1920 der Haus-Aktiengesellschaft an, die durch den Zusammenschluss mit den Aktiengesellschaften Vindobona, Kärntnertor, Centrum, Fundus, City und Wieden zum Gemeindewohnbaumodell der Zwischenkriegszeit umfunktioniert werden sollte, wodurch der gesamte Wohnungsbau in den Händen eines Baukon- zerns konzentriert gewesen wäre, vgl.: Matis, Stiefel, Baugesellschaft – A. Porr, Bd. 1, 1994, S. 245, 247, 249, 340. 241 Ebd., S. 340. 242 Ebd., S. 230. 243 Der aus der Kaiserzeit stammende Bebauungsplan von 1910 wurde in den 1930er Jahren übernommen, trotz der ra- santen Zunahme des Autoverkehrs und der mehr als spitzen Winkel der Straßen- und Gebäudeecken, vgl.: Vallazza, Wir bauen auf, 1986, Dissertation, S. 190.
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
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