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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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86 | Wien im Ständestaat Das im Freihausviertel bereits erprobte Mittel des Assanierungsgebietes wurde ab November 1937 auch für den Umbau der Wollzeile im I. Bezirk angedacht. Dabei legte Schmitz besonderes Augenmerk auf den Abriss des unter Denkmalschutz stehenden Palais Paar.257 Im November kam es zur Überprüfung der Gebäude in der Wollzeile 30/32, Wollzeile 35, Wollzeile 21/23 zwecks Regulierung der Straße.258 Der geplante Umfang der Umbauarbeiten259 war jedoch geringer als der der Niederlegung und Gesamtverbauung der Freihausgründe. 2.2.1.2 Hausreparaturfonds der Stadt Wien Die Idee eines Hausreparaturfonds ging ebenfalls auf die Wohnbauförderung zurück und sollte in der Höhe von öS 20 Mio. von Sozialversicherungsinstituten bereitgestellt wer- den.260 Initiiert wurde er aber erst 1934 gemeinsam mit dem Assanierungsfonds. Wie beim Assanierungsfonds wurde ein Kuratorium gegründet, das aus dem Vorsitzen- den Bürgermeister Schmitz, seinem Stellvertreter Vizebürgermeister Josef Kresse261 und sechs Mitgliedern bestand. Drei der Mitglieder waren Vertreter der Bundesminister des Bundesministeriums für Finanzen (BMfF), des Bundesministeriums für Handel und Verkehr (BMfHuV) sowie des Bundeministeriums für soziale Verwaltung (BMfsV), drei ernannte Schmitz selbst.262 Nach dem teilweisen Rückzug des Bundes musste der Wiener Hausreparaturfonds am 1. März 1935 abgeändert werden.263 Die vollständige Aussetzung der Bundesmittel 1936 wurde mit der Bevorzugung des Assanierungsfonds und des Sied- lungsbaus gerechtfertigt.264 Der Hausreparaturfonds war so ausgestaltet, dass er neben Instandsetzungsarbeiten auch auf Verbesserungsarbeiten an Wohnhäusern angewendet werden konnte.265 Darun- ter fielen die Ausbesserung von Tonrohrkanälen, der Einbau von Badezimmern und Aborten sowie die Modernisierung der Steuerung von Personenaufzügen.266 257 I., Wollzeile 30. 258 Protokoll über die 24. Sitzung des Kuratoriums für den Wiener Assanierungsfonds am 9. November 1937, in: WStLA, Sig. 1.6.3.B9 Kommissionen 1934–1938, 3. Kuratorium für den Assanierungsfonds. 259 Die Finanzierung der Umbauten in der Wollzeile wurde im Co- und Refinanzierungsweg von der Zentralsparkasse, der Mercurbank, dem Bankhaus Schoeller und der Österreichischen Baukreditbank getragen. Durch den Assanierungs- fonds konnte die Zusammenarbeit der Bankinstitute, die seit 1933 bestand, kontinuierlich ausgebaut werden, vgl.: Venus, Zentralsparkasse, in: Feldmann, Rathkolb, Venus, Zimmerl, Banken und Sparkassen, 2. Bd., 2006, S. 638 f . 260 Gessmann, Kämpfer, Bauwirtschaftliche Maßnahmen, 1932, S. 53 f. 261 Aufgrund der strengen Richtlinien des Fonds und der Vorarbeit des Magistrates wurden viele Ansuchen massenweise abgefertigt. Die Vorsitzführung vertraute Bürgermeister Schmitz im Regelfall seinem Stellvertreter Kresse an. 262 Trinkaus, Wohnbaupolitik, 2013, S. 70–72. 263 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Drei Jahre neues Wien, 1937, S. 25. 264 Nationalrat a. D. Pistor über aktuelle Fragen des Siedlungs- und Wohnungswesen, in: Österreichische Bauzeitung, 1. Jg. Wien, Jänner 1936, Nr. 4, S. 38. 265 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Drei Jahre neues Wien, 1937, S. 25. 266 Wiener Hausreparaturfonds, in: Österreichische Bauzeitung, 1. Jg. Wien, Mai 1936, Nr. 13, S. 153. Open Access © 2017 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Wien Köln Weimar
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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