Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Seite - 88 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 88 - in Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938

Bild der Seite - 88 -

Bild der Seite - 88 - in Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938

Text der Seite - 88 -

88 | Wien im Ständestaat getätigten. Den Löwenanteil übernahm dabei der III. Bezirk mit 1.123 Ansuchen, knapp vor dem XVI. mit 1.116 Ansuchen, dem XIII. mit 1.107 Ansuchen und dem II. Bezirk mit 1.014 Ansuchen.271 2.2.1.3 Privater Eigentumskleinwohnungsbau Die Bausparbewegung stand traditionell bei der Finanzierung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen im Vordergrund. Allen voran die Bausparkasse der Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot272 die ihren Sitz in Salzburg273 hatte. Sie kontrollierte den Eigenheimbau in Österreich fast zur Gänze.274 Da der Eigentumshausbau im Ständestaat kontinuierlich ausgebaut werden sollte,275 wurden die Bausparkassen 1932 mit dem Österreichischen Bausparkassengesetz und 1933 mittels einer Bauspargesetzesnovelle aufgewertet. Dadurch sollten schlechter wirtschaftende Bausparkassen finanziell abgewickelt werden können. Ende 1935 wurden sie innerhalb eines Fachverbands276 im Rahmen des Finanzbundes in die Vaterländische Front eingebunden.277 Ab 1934 propagierte der dem Regime nahe stehende Verein Der Blaue Adler – Verband zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, mittels Wohnungs- und Stockwerkseigentums die Bau- tätigkeit anzukurbeln.278 Ein erster Gesetzesentwurf wurde dem Justizministerium vorgelegt, 271 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Wien im Aufbau – Der Wiener Hausreparaturfonds, Wien, 1937, S. 6 f. 272 Die Bausparkasse wurde 1921 von Georg Kropp in Deutschland gegründet. Österreichweit wurden von der ersten Zutei- lung 1926 bis Anfang 1938 5.000 Eigenheime finanziert. In der Zeit des Ständestaates, also von Ende 1933 bis Anfang 1938, immerhin rund 1.500 Eigenheime, vgl.: Bausparkasse GdF Wüstenrot (Hg.), 40 Jahre Wüstenrot-Bausparen in Österreich, Salzburg, 1966, S. 34–36. 273 Durch die Muttergesellschaft im deutschen Ludwigsburg ergaben sich mitunter brisante politische Querverbindungen. Die österreichische Bausparkasse der Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot galt weithin als Hochburg illegaler Salzbur- ger NationalsozialistInnen. Im April 1938 wurde sogar eine Ehrentafel mit den Namen der Mitarbeiter die „Lebensgefahr, Kerker, Ausweisung und Existenzgefährdung auf sich nahmen“ im eigenen Mitteilungsblatt veröffentlicht. Auch Namen teils ranghoher Mitglieder, die im nationalen Lager oder illegal in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei tätig waren, wurden publiziert. Ob als Kniefall vor dem neuen Regime oder aus eigenem Antrieb muß weitere Forschung klären, vgl.: Das Wüstenroter Werk in der Kampfzeit, in: Das Wüstenroter Eigenheim, Jg. 1938, Nr. 4, Salzburg, S. 65. 274 Robert Hoffmann, Entproletarisierung durch Siedlung? Die Siedlerbewegung in Österreich 1918 bis 1938, in: Gerhard Botz, Hans Hautmann, Helmut Konrad, Josef Weidenholzer (Hg.), Bewegung und Klasse – Studien zur österreichi- schen Arbeitergeschichte, Wien – München – Zürich, 1978, S. 734 f. 275 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Wiener Assanierungsfonds und der Wiener Hausreparaturfonds, 1935, S. 28. 276 Bestimmungen für den Fachverband der Bausparunternehmungen, vgl.: BGBl. Nr. 531/1935: Verordnung des Bundes- ministers für Finanzen im Einvernehmen mit dem Bundeskanzleramt, womit die Satzungen des Bundes der Geld-, Kredit- und Versicherungsunternehmen erlassen werden. 277 Präsident des Finanzbundes war mit Ludwig Draxler der Leiter des Bundesministeriums für Finanzen, vgl.: Die Einglie- derung des Bausparwesens in die berufständische Wirtschaftsordnung Österreichs, in: Das Wüstenroter Eigenheim, Jg. 1936, Februar, Salzburg, S. 42 f. 278 Taetigkeitsbericht des Blauen Adler Verband zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vom November 1936 bis Dezember 1937, S. 6, in: AdR Sonderarchiv Moskau, Schachtel: 559/1/2. Open Access © 2017 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Wien Köln Weimar
zurück zum  Buch Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938"
Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Das Schwarze Wien