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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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114 | Wien im Ständestaat sonstigen Zierrat“426 der 21 Wohnbauten der Gemeinde Wien innerhalb der 49 des KlWFG resultierten laut Mistelbauer vor allem aus der stilistischen Entwicklung der mit der Planung und Ausführung bedachten Architekten des Wiener Stadtbauamtes. Obwohl von verschie- denen Richtungen kommend, glichen sie sich während ihrer Tätigkeit im Stadtbauamt einem sachlichen und schlichten Stil an, der sich vor allem wegen finanzieller Überlegun- gen durchsetzen konnte.427 Diese gestalterische Schlichtheit wurde, laut Plischke, im Ständestaat durchwegs als Österreichische bzw. Wiener Variante der Moderne uminterpretiert, bei einem der letzten Projekte des ständestaatlichen Bauens, dem Umbau des Dominika- nerklosters I., Dr.-Karl-Lueger-Platz 4428 im Assanierungsgebiet I., Wollzeile durch die neue nationalsozialistische Verwaltung aber weitgehend zurückgenommen. Die Fenster- rahmung und die Dachform wurden angepasst.429 2.2.3.4 Künstlerische Ausgestaltung der Fassaden durch Kunst am Bau Das Rote Wien betrat neue Wege bei der Errichtung von Denkmälern, indem diese abseits der städtebaulich dafür Vorgesehenen repräsentativen Ringstraße in den Wohnvierteln zur Aufstellung kamen. Sie wurden nicht nur in den Parkanlagen der neuen kommunalen Gemeindebauten platziert, sondern auch in den Häusern und an deren Fassaden.430 Im schwarzen Wien wurde diese Praxis weitergeführt und schon 1934 vom Österreichischen Heimatschutz431 in einem Wettbewerb für die Schaffung künstlerischer Denkzeichen zur Erklärung der Namen von Strassen und Plätzen in der Tradition der alten Wiener Hauszeichen veror- tet.432 Durch das Anbringen von Kunst am Bau an den schlichten Fassaden der neu errich- teten Assanierungsbauten sollte eine historische Kontinuität von Erinnerungsräumen433 konstruiert werden.434 Dies zielte, neben der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bildender KünstlerInnen,435 auf die Rechtfertigung des Abtragens alter zugunsten moderner Bauten 426 Mistelbauer, Wohnbau, 2015, Diplomarbeit, S. 67. 427 Ebd., S. 67–69. 428 1936–39, Kurt Klaudy, Georg Lippert, Anton Liebe, Assanierungsfonds, siehe Bauliste. 429 Plischke, Assanierungsfonds, in: Tabor (Hg.), Kunst und Diktatur, Bd. 1, 1994, S. 222. 430 Seiter, Denkmäler, in: Riesenfellner (Hg.), Steinernes Bewußtsein I, 1998, S. 411. 431 In Deutschland entstanden, breitete sich die Heimatschutzbewegung ab 1908 auf Tirol aus und hielt 1912 mit der Grün- dung der Dachorganisation Verband Österreichischer Heimatschutzvereine auch in Wien Einzug. Die Verklärung einer mittelalterlichen und habsburgisch-biedermeierlichen Tradition Alt-Wiens diente als Projektionsfläche, die sich gegen die Modernisierung des Wiener Stadtbildes richtete, vgl.: Termini, Entschandelung, in: Kos, Rapp (Hg.), Alt-Wien, Wien, 2005, Ausstellungskatalog, S. 209, 214. 432 Feller, Vergangenheit, in: Ebd., S. 275. 433 Die ideologische Umwertung von symbolischen Orten des Roten Wien wurde ebenfalls durch den Abriss sozialdemo- kratischer, republikanischer und die Aufstellung ständestaatlicher Denkmäler bewerkstelligt. Alleine in Wien wurden bis 1936 bis an die 50 Dollfuß-Denkmäler errichtet. Bis Dezember 1934 waren ebenfalls symbolische Straßennamen durch sogenannte unpolitische ersetzt worden, vgl.: Grassegger, Denkmäler, in: Riesenfellner (Hg.), Steinernes Be- wußtsein I, 1998, S. 497, 517; Alois Sillaber, Straßennamen: Wegweiser zur Identität, in: Ebd., S. 587 f. 434 Prokop, Rudolf Perco, 2001, S. 334. 435 Durch den Blauen Adler und den Zentralverband der bildenden Künstler Österreichs wurde gefordert, der Arbeitslosig- Open Access © 2017 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Wien Köln Weimar
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
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