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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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Fazit des ständestaatlichen Städtebaus 1934 bis 1938 | 193 2 5 Fazit des ständestaatlichen Städtebaus 1934 bis 1938 2 5 1 Internationale und nationale Einflüsse auf den Städtebau Der autoritäre Ständestaat versuchte eine Neuordnung der Stadt Wien. Im historischen Zentrum sollten monumentale Bauwerke und Verwaltungsgebäude entstehen. Die histo- risch gewachsene Wohnbausubstanz sollte mittels einer Strategie der Assanierung in Richtung Verkehrsstadt verändert werden. Dafür wurde ebenfalls der Verkehrsbau mittels Brücken- und Straßenbau intensiviert. Die Peripherie der Stadt war als Gartenstadtgürtel angedacht: einerseits durch die Errichtung von Stadtrandsiedlungen für Erwerbslose, andererseits durch den Ausbau bereits bestehender Siedlungsgebiete mittels der Ankur- belung des Eigentumshausbaus. Diesem Konzept sollte durch eine geplante Erweiterung des Wiener Stadtgebietes und der Eingemeindung niederösterreichischer Gemeinden ab 1938 mehr Raum gegeben werden. Insgesamt fußte der ständestaatliche Städtebau aber auf keiner Gesamtstrategie oder -planung. Städtebauliche Diskurse fanden in Wien erstmals 1932 durch den Städtebauer Erwin Ilz Einzug an der Technischen Hochschule Wien. Die städtebaulichen Planungen von Ilz, Egon Riss und Oskar Sitte orientierten sich an zeitgenössischen nationalen und inter- nationalen Beispielen. Die Findung der städtebaulichen Form selbst wurde ab 1934 durch die ausführenden Architekten mittels chirurgischer Eingriffe ins Stadtgeschehen innerhalb von Einzelprojekten und Sanierungsgebieten getragen. Einen besonderen Stellenwert nahmen dabei Wettbewerbe ein, durch die eine Adaption der internationalen und natio- nalen Diskurse weitgehend forciert werden konnte. Die Absegnung der Entwürfe behiel- ten sich aber die politischen und planerischen Hauptprotagonisten des autoritären Regi- mes vor, die in allen Kuratorien und Wettbewerbsgremien vertreten waren. National waren vor allem die Neuerungen des sozialdemokratischen Städtebaus, der sich nicht an der internationalen Entwicklung der Gartenstadt und der Trabantenstadt orientiert hatte, ausschlaggebend. Er setzte durch die innerstädtische Verbauung von brachliegenden Grundstücken auf eine Steigerung der Wohnungszahlen. Dafür wurde mit der sogenannten Hofverbauung ein Mittel gefunden, um die Wohnbauten durch Innenhöfe aufzulockern und insgesamt die Wohnungen im Wohnungsverband neu anzuordnen. Das gewährleistete eine direkte Belüftung und Belichtung der einzelnen Wohnungen. Festge- schrieben wurden die Erkenntnisse des Wohnungsbaus in der Wiener Bauordnung von 1930. Der Ständestaat behielt diese Form der Baugestaltung weitgehend bei. International beeinflussten vor allem die aus der Weltwirtschaftskrise von 1929 hervor- gegangenen städtebaulichen Neuerungen den Ständestaat. Hier sind die Diskurse des autoritären Städtebaus zwischen Italien, Deutschland und der Sowjetunion zu nennen. Des Weiteren strahlte der Städtebau der autoritäre Regime auch auf die westlichen, demokra- tischen Systeme aus, insbesondere durch die Adaption der Diskurse innerhalb des New Deal am Beginn der 1930er Jahre.
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Titel
Das Schwarze Wien
Untertitel
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Autor
Andreas Suttner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien - Köln - Weimar
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
296
Kategorien
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