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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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REPRÄSENTATIONEN DYNASTISCHER SCHLÜSSELMOMENTE 181 Abb.17:TitelkupferzuCuriosesGesprächzwi- schenHänselundLippel (Wienbibliothek im Rathaus,DruckschriftensammlungE-11689). So wie Ghelens Wiennerische Beleuchtungen an den Kompendien seines Vorgängers Schönwetter anknüpfen, weist auch eine Flugschrift dieser Zeit nicht zufällig formale und literarästhetische Ähnlichkeiten mit der Oster-Märl-Reihe auf. Das Curiose Ge- spräch zwischen Hänsel und Lippel entstand zur Geburt des zweiten Sohns Maria The- resias, Prinz Karl, der am 1. Februar 1745 zur Welt kam. Die Feierlichkeiten zu seinen Ehren wurden jedoch erst am 13. März begangen, da das Ende des Wochenbetts Maria Theresias abgewartet werden sollte. So kam es zur Überschneidung mit den Feierlich- keitenzumviertenGeburtstagdesälterenBruders Joseph. AuchindiesemDialoglieddiskutierenzweiBauerndieprunkvolleFestinszenierung, auch hier klingt angesichts des endlos scheinenden Lichtermeeres das Paradiesmotiv an. Der eigene Reiz aber ergibt sich daraus, dass der Leser die beiden beim Flanieren undStaunengleichsamsimultanbegleitetundderarteinsehratmosphärischesBilddes illuminierten Wien geboten bekommt. Ganz in diesem Sinne ist das Lied auch durch eineTitelblattgraphikergänzt,diediebeidenBauernaugenscheinlichrege imGespräch begriffen zeigt; hinter ihnen, in einiger Entfernung, tanzen, torkeln und promenieren Menschen auf dem erleuchteten Platz, obwohl Mond und Sterne tiefe Nacht anzeigen. Und auch das Lied selbst nimmt Bezug auf die prachtvollen Dekorationen, auf prunk- volleFeierlichkeitenmitGratis-Verköstigung,AlmosenundherrschaftlicherMusik,die dievisuellenEindrückeuntermalt.DieekphrastischenPartiensindnunzueiner lächer- lichenAusdeutungdurchLippelmodi ziert: 6Hänsel. Geh,Lippel tritt äbissel für/ DaistkeinNarradey; OwolteswärderMeßnähier, DerkenntdieMahlerey. 7Lippel. Duredst /alswannichsnitverstund Sogut /alsdieserMann/ UndaufäHaarauslegenkunt Trutz /wiederHerrCaplan. 8Hänsel. Möchtwissen/werderaufdemBild? Dortgrad inselbenHaus/ Er führt inHändenSpieß/undSchild/ Geh/ legmirsrundiaus. 9Lippel. Er ist /halt ja / ichweißesschon/ Falltmirsogleinit ein; HabinderPredighörtdarvon/ DaßwirdderPallas seyn. 10Hänsel. UndderdortmitdemSäbeldroht InstahlnemKappen-Gschirr/ SchautausderWolcken/wieäGott/ Erkumtmirgraußli für. 11Lippel. Das istHerrMarsch/undderbedeut: DerPrintzwirdseynäHeld/ UndRitterli zuseinerZeit Sichhaltenä imFeld.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800