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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
Seite - 183 -
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REPRÄSENTATIONEN DYNASTISCHER SCHLÜSSELMOMENTE 183 26Hänsel. DieKönigin istalleswerth/ UndäderHertzogmit/ KeinsolcheHerrschaft istaufErd/ Möchstglauben/odernit. 27Lippel. Allo!vivatall zwayzugleich/ Weil sie sowackerseyn. VivatPrintzCarlvonOesterreich! SchenckHänselnoainsein. 28Hänsel. Allo!vivatdasgstaiftePaar/ UndallerKönigZier! Vivat!wills GOtt! so istaufs Jahr EinfrischerKirchtaghier. 29Lippel. Nochains. I sagdirwas insOhr/ Mir istwiedirumsHertz; DerBaumkriegtnocheingrössernFlor/ Dencksköck/es istkeinSchertz: 30 PrintzSepperlkamzuerstherbey/ Carl istderanderBue/ WeilallergutenDingseynDrey/ KomtgwißderDritt'darzue. AllerEhrenIstOesterreichVoll.27 14,1 mä]wir14,3 äKandel]eineKanne17,1 G'hetz]Getümmel18,1 Halter]Viehhirten20,1 Meinayd]mei- ner Treu, fürwahr 21,2 lust] gefällt sich] sehe 22,4 Goschen] Mund, Maul 25,3 glöckä] ausreichen, genügen 28,1gstaifte] tüchtige,hervorragende Der herausragendste dialektliterarische Beitrag zur Geburt Karl Josephs aber ist eine witzige, während der Feierlichkeiten am Burgplatz uraufgeführte Kantate, die im Wie- nerOrdensschulenkontextentstandenseindürfte.Bedauerlicherweise istdieMusikder Bueben zu Wienn (1745) verschollen, aber schon das Libretto gibt einen ausgezeichne- tenEindrucküberdenperformativenReizdesDramolettsmitseinenRezitativen,Arien und Chorteilen für Knabenstimmen und (vermutlich) einem Bass. Es lässt uns in eine Lateinstunde blicken, in der sich der gutmütige Schulmeister äußerst irritiert über den allgemeinen Jubel zeigt, in den auch seine Zöglinge einstimmen. Als er schließlich den Grund erfährt, ist er allerdings schnell bereit, seine Kunst in den Dienst der großen Sa- chezustellen: Schulmeister. Verpäntes,verzweiffeltesBueben=Geschmäß! IstdasnitäLeben, imän,eshabtsd'Fräß! Chorus. Eywohlnit,dengantzenTag lernenmirnimmer! Schulmeister. Eswerdsmir jaalliTagärgerundschlimmer. Chorus. änPrintzen,änErtz-HertzogHesasasa! HatunsäFrauKöniginTheresia! Nätzel. HerrSchulmäster jetztwäßi,wasderHerrg'fragt. Schulmeister. Gelt,daßdirsdieBuebenind'Ohrenhamg'sagt? WashabtsdannesBueben,was lauftshinundwieder? DieKöniginkommterst in4.Wochennieder. Chorus. Ja sauber!dieKönigin ligt schonimBeth, DarnebenäWiegencumPrincipesteht. JetztmagderHerrgreinen,undrasen,undhausen, UndwegenunssichdieParockenverzausen. WirgebenhaltdannochkäRuhundkäFried. MachunsderHerr lieberäKindel-Beth-Lied! Schulmeister. Esseytsmir ja schlimme,verteixelteKinder! 27 CuriosesGesprächzwischenHänselundLippel, f. 2r– v.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800