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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
Seite - 187 -
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REPRÄSENTATIONEN DYNASTISCHER SCHLÜSSELMOMENTE 187 Buchstaben a wohl zu entscheiden, dahero das blosse a ohne darauf gesetzten Strichel wie ein geschlossenes a, oder fast wie o; hingegen jenes ä, welches mit e oder Stricheln gezeichnet, wie einLateinischesaauszusprechenseye.34 Im ersten Teil der Trilogie, der Beschräibing Des Uhfägleichlichä Küritags, berichtet der Schreiber mit dem bezeichnenden Namen Leopold Österreicher seinem Vater Ulrich im heimatlichen Bergwiesenfeld (das die Ländlichkeit und den Stadtgegensatz gleich in dreifach tautologischer Form betont) von den Hochzeits- und Abschiedsfeierlichkeiten ausWien,diemitgroßemPompgehaltenwurden,uminZeitendesErbfolgekriegsdem gegnerischen Ausland den ungebrochenen Führungssanspruch der Habsburger (und wohl auch die nanziellen Ressourcen) zu demonstrieren. Es sollte eines der letzten großenWienerHoffestezurabsolutistischenSelbstdarstellungsein,wirkungsvollarran- giert durch den italienischen Szenographen Giuseppe Bibiena, der die Winterreitschule in der Hofburg zu einem prächtigen Ballsaal ausstaf erte, und über diverse Publikatio- neninGhelensWienerischemDiarium fürdiebreiteLeserschaftkommuniziert. Die sicherlich sinnlichste Beschreibung dieses herrschaftlichen ‚ Kirchtags` bietet der ngierteDialektbrief,dersichzwarder typischenMotive,Formulierungenundlexema- tischen Wortfelder des Genres bedient,35 sich aber von weniger kunstvollen Beispielen durch die meisterhafte Sprechweise in erstaunlich authentisch wirkenden heroischen Alexandrinerndeutlichabhebt.ZunächstbeschreibtderbegeistertstaunendeSohndem Daheimgebliebenen den opulent geschmückten Festsaal mit seinen Säulen, Galerien, Lustern und der aufwändigen Dekoration, wie sie auf einem zeitgenössischen Stich zu- mindestansatzweise fürdieNachwelt festgehalten ist: Z'WienninämgrossenSaalgehts fäindli ergäher. Da ndtmas'Himmelreich,undalleFraidbeysammä, Iglaub,derd'Sternhatgmacht,hatdaamustägnommä. Hipsch ißwohls'Firmament,dochabänit soschön, Makanviel tausendSterngradnachdäZailenseh'n. InämmahlumundumseynvierundvierziSaulen. Iglaub, in tausendJahrkakäninit fäfaulen, Si seynfublauemStän,mit lautäSternväziert, Daßmäfu lautäSchäunfastübäsichtiwird. Däzwischenüberall, sihässensKirlandonen DiehenckenvolläSternwiehelliSonnä-Kronen. Gar indähöh'da ist justääsolcheRay 34 Mein Lepolt Oestäreichers S'Hof-Baurens zu Bergwiesenfeld eltesten Suhns an sein'n Vatten[!] durch än ägnä Bothen übäsendti Beschräibing Des Uhfägleichlichä Küritags, Der zu Wienn In äm unkäyr gros- sen, und Funckel-neuen Saal, dens d'Rait-Schul hässen, Nach der Hochzeit Unserä Frau Kinigin ihrä Frau SchwestäMARIANNA,UndihresHerrn,HerrnBrudäsPrinzKarlsZuerstfämeldtäFrauMäestehtunserä FrauKiniginMARIA THERESIAG'stäifftundwackäangstelltworden.Im12.Janari1744.Wiengedruckt und zu nden, bey Frantz Andre Kirchberger, Universitäts-Buchdruckern, auf dem alten Fleischmarkt im Kullmeyrischen Haus. [Abdruck als Anhang (neben anderen thematisch entsprechenden Schriften) im WienerischenDiarium,No.10,1.Februar1744]. 35 An drei Stellen zeigen sich sogar sehr enge, fast wortgleiche Parallelen zum Curiosen Gespräch zwischen Hänsel und Lippel, wobei letzteres am vorliegenden Text Anleihen genommen haben dürfte. Denkbar – aberdurchdiestarkeÄhnlichkeitwenigerwahrscheinlich– wäreauch,dassspezi schePhrasenindiesem KontextkursiertenundinWerkendiesesThemenkreises immerwiederaufgegriffenwurden.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800