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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
Seite - 189 -
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REPRÄSENTATIONEN DYNASTISCHER SCHLÜSSELMOMENTE 189 IhabfastalleEck,undWinckelzamäg'strichä, So ndinachdaLängrechtgrossehundertSchritt, UnddreyßiübäZwerch, sunst istkänuntäschied. DerPlatz isthalt sogroß,daßfünfBartalion FulautäKirisiermitRoßundMuschgezon ASchlacht,wiegroßsiewill,dakuntenpretendiren, Undglaub,eswurdnoMann,noRoßäHar fulieren. Ja,Vattä,unsäDorf,das istwohl feindligroß, Dosetzt'isMittendreinmit samtdesGraffensSchloß; UndwanndäJahr-Marck ist, sogibtskäsolcheVöllen, AnmanchenOrthamsdruckt,daßänämöchtdäschnellen. DIeWandamPlatzherumseynfuftzigSpiegelher, DieFincketzensohell, alswanns imSummerwer. Daruntäüberall stehnStäffelBänckherum, Undschauthaltallesaus,wiesGulden-Sekulum.36 1 fäindli ergä] hier: noch viel besser 7 ka käni] kann keine 8 blauem Stän] blauem Stein (die Säulen aus weißem Eggenburger Stein wurden drapiert) 9 übäsichti] durch das Gesehene überfordert (?) 10 hässens Kirlandonen] heißen es Girlanden; in einer Fußnote beigefügt: „ Mann zehlte etlich und 90. gläserne Cro- nen=Leichter, nebst so viel holtz=vergoldten Pyramidal=Arm=Leichter“ 12 ä ä] auch eine 13 Gasteräy] Fest 16 Klaftä] Klafter (Längenmaß; Wiener Klafter etwa 1,9m) 17 zehä Spann] zehn Spannen (Längen- maß; Wiener Spanne etwa 21cm) Schock] Haufen, Anzahl 18 Stuck] Kanonen 20 Passeteln] Bassgeigen Kapen-G'schier] Rüstung (?) 23 G'schmäß] Plunder jaucken] jagen 24 schärmäriert] ‚ charmant` seiend, bezaubernd (?) 25 spintisiert] eingebildet, erfunden 26 wäß] weiß, versteht 28 Nachmä] Nachname 29 ä Welschä] ein Italiener 33 Damaschg] Damast (von Damaskus) 34 Zwerch] Quere 35 zamä g'strichä] zu- sammengestrichen:ausgeschritten,abgemessen(tatsächlichmisstdieWinterreitschule58x18m)39Kirisier] Kürassier:SoldatderschwerenKavallerieMuschgezon]Muskete(?)40pretendiren]nachahmen,vortäuschen 41 fulieren]verlieren45 däschnellen]zerplatzen47 Fincketzen]glitzern Im weiteren Verlauf des Briefs widmet sich Leopold der Schilderung des Maskenballs unddemEinzugderKönigin,diemitVollkommenheitsattributennursoüberhäuftwird („ dieAllerschönst“ ,„ sog'schaid,undäsovollaGnad“ 37),ehedereigentlicheGrunddes Auflaufs verraten wird: die Hochzeit „ von zwä fäliebten Seelen“ , „ a grosse Frau Mari- andl“ mit „ Carl Lothringä“ 38, deren Vorzüge herausgestrichen werden. Dem folgt ein HochaufÖsterreich,dessenBestandnungesichertsei,dadievierPotentatengleichden tragenden Eckpfosten des heimatlichen Stadels Österreich tragen. Dem Abschiedsgruß folgt im„ Boschcritum“ einheiteresFreudenlied. Fortsetzung ndet die Schrift in der Antwort Des Ulri Oestäreichäs S'Hof-Baurens zu Bergwiesenfeld an sein Suhn Lepold, der zunächst mit viel Laune und szenischer Gestaltungskraft berichtet, wie die Neuigkeiten in der bäuerlichen Dorfgemeinschaft aufgenommenwordenwaren: JustMitichä istsg'west,um erinaMitta, SowarschomitdoimBriefdäBott recht schlainäda, Undsagtmär:EuäSuhnfuWienn,der lasteugrüssen; 36 BeschräibingDesUhfägleichlichäKüritags, f. 2r– v. 37 Ebda., f. 3v. 38 Interessant istdieseNebenbemerkung,daessichtatsächlichumeineLiebesehehandelte,dieaufgrunddes als zu gering erachteten politischen Stellenwerts des Bräutigams nicht ohne Hürden eingegangen werden konnte; erst nach dem Tod Kaiser Karls VI. und einigen Verhandlungen mit Maria Theresia konnte die Erlaubniserwirktwerden.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800