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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 192 HERRSCHAFT UND UNTERTAN Mit der obligaten Huldigung der Herrscherin und dem Verweis auf die erneuerte habs- burgische Kampfeskraft, die der patriotischen Kriegsbegeisterung ihrer Untertanen zu verdankensei, endetdieBrief ktion: OAsmußd'Kinigin jagfrayä,wannmaihriFaindsozwifelt, Sag i; iwollt äwohlräffä;wasgilts, iweräglaigstifelt? Laßnugehn, sagtwiedäoanä,d'Kiniginschraibtwie langauf; Drumhoässtsentli zamäräten:Vogel friß, stirb,odä lauf; Zwoämahlhundät tausendSäbel sinkezenschohinundwiedä Lassmädenuzammäkummä;s'Hauens'halbetFrankrainidä? Jetzwoäst,Vottä?wasdeZaitingz'negst sovielhatz'redengmacht. Bhütdi GOtt,undgrüssmäd'Muttä.MeinHerrrieftmi.GutiNacht.44 DiePerfektiondermetrischenFormgebung,dieleichthändigeIntegrationidiomatischer Phraseologie, das dramatische und humoristische Geschick bei der Gesprächswieder- gabe, die Bildhaftigkeit des Ausdrucks und die beeindruckende Breite des Wortschat- zes – das alles zeigt einen Meister am Werk, der wohl ganz gezielt für diese stimmungs- machendenArbeitenherangezogenwurde.Wereswar,werdenzukünftigeForschungen hoffentlichenthüllen. Sprachlich wesentlich anspruchsloser präsentieren sich die holprigen paargereimten Vierheber des Huldigungslieds SO grieß enk GOtt Wiener, mei kents mich den nödt, das anlässlichderHochzeitdesThronfolgersmitderspanischenInfantinIsabellavonBour- bon-Parma 1760 entstand. Hier ist es ein oberösterreichischer Bauer, der zum Most- Verkauf in die Residenzstadt reist und sich seine simplen Gedanken zum bevorstehen- denEreignismacht, indemeresmit seinerLebenswelt inEinklangsetzt: 6 Weil ihn GOtterhaltenvorallerGefahr, undist jetzt schonaltüberneunzehnJahr; so ist jaganzbillich,daßerkriegtaWeib, gebts ihmfeinahübsche, sohateraFreud. 7 MeinmitererBuehat jetzt schonaGlückgemacht, denhanihaltgschwindzumHäußlzuebracht; aina ist imFeld,erwirdseinGeneral, wannichdochnicht fehl,odergarCorporal. 8 NächsthanimeinPfarrer seinWinter-Waizbaut, dahamsasogredvondesPrinzenseinBraut; beyuns istdie schöne,desMesnerLena, sie istsabernit, es toinsanderstnenna. 9 Sösagn,dasMenschwär füranPrinzenalszgmain, wannsareichundschönwär,wurdgleichwolnichts tain; dieBrautmußh[e]rstammavonKönigl.Blut, fürsMesnerMe[n]sch istdaPräcepter schongut. 44 Ebda., f. 4r.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800