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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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BRÜCHIGE ORDNUNG: PROTEST- UND REVOLUTIONSGESÄNGE/WILDSCHÜTZEN- UND RÄUBERLIEDER 245 Nochstärkerdie idyllisierendeHeiterkeitundFreiheitdesAlmlebensstelltLustig ists im Frühling, Juheisasasa!heraus.DasLied,dasinLorenzHübnerswegweisenderBeschrei- bung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg mitgeteilt ist, verweist damit schon auf die genretypischen Züge des Wildererlieds im 19. Jahrhundert – vor allem mit dem Natureinstieg, der im übermütigen Ton die Freuden des Frühlings und die Schönheit des Almlebens schildert. Der als wagemutig und – selbstverständlich – treffsicher cha- rakterisierteWilderertrifftauchhierwiederaufeinenJäger,eineKonfrontation,diewie üblichmitdemTriumphdesWilderersendet. Lustig ists imFrühling, Juhei sasasa! DieVögel soschönsingen,dieHahnapfalzena, Es ist soschönappa, sendd'Almasogrün, FahrenschondieSendinengenAlmmitdenKühn. Es ist javiel lustigerdenSummerbeydaHöh, DaHoamgiebts jagarkoanFreund, sendnixalshäu gFlöh! DaHoambleib iniemamehr,magsseynwiedawöll, KeinMenschmagmidahalten,keinTeu indaHöll. IgehhaltaftderAlmzue,woöttlaHüttensend, Iwaßschonwoicheinkehrnmuß,wermizambestenkennt. DieSendindowarhübschundfein, siemußmeineigenseyn. Mechtkömawanniwollt, sogabsmaanBrantwein. Aftgeh ivonderHüttenweckundau nachderPüersch, I schauaBoiselhinundher,undsacheingstreiftenHirsch, DahanihaltmeinBüchsl spannt,undließeswackaknalln, DasHirschl reißtdenKopf ind'Höch,undistbaldniedergfalln. Sobald i s'Hirschlanhanbracht, laßt'smir janokoanRueh, MachmeinenWegnoweita fortdemhohenGamsbirgzue. Sobald ibinau kema,haniminiedaglegt, UnternKopfangroßenStoan,dieErdenzananBett. Sobald imihanschlafenglegt,gehnmirdieAugenzue, UndgschlafenhanidieganzeNachtmiteinersüßenRuh. Sobald iwiederaufbing'wacht, scheintmirdieSunnschonher; Aft spring ihaltaufmeineFüß,undschauathinundher. Aft sach icheinKartlGams,BuedasDing juheisasa. Gfreutemiwohlsehr,undwarwohlsoviel rar, I spannmeinBüchs,undschießfeinhusigdrein: ZwoaGamssanthusiggfalln,dasDingdas thatmigfreun. Aftwaid ihaltdöGamsböckaus, schautmirdaJägazue, Undsagtgschwind:„ ver uchterKerl!“ was ichdamachenthue. Ichbsinnmiabernit lang,undnimmihnbeydemKragn. WartduJäger, jetztwill idi recht jagerischdaschlagn. Satzfehler) sowie auch als „ Bayrischer Matthiesel“ bezeichnet wird; Fehler und Entstellungen insbeson- deredialektalerWendungeninmanchenderDruckeweisenaufeineweitereVerbreitungauchaußerhalb des bairisch-österreichischen Raums hin. Wohl auch Grundlage für die eher standardsprachliche Bear- beitungvonArnim/BrentanoinDesKnabenWunderhorn (II158;„ DerBayrischeHiesel“ ).
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800