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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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KOMISIERUNG UND DISKREDITIERUNG LÄNDLICHER TYPEN 269 EinähnlichesMotivweisteinreichüberliefertesLiedinderTraditionderLandsknecht- dichtung auf, das – vor dem Hintergrund der Türkenkriege entstanden – bis ins späte 20. Jahrhundert, im Burgenland etwa als Kinderlied, im Umlauf war.29 Das Ziel des Spotts ist der Knecht Veitl, der Kavallerist werden will und dafür von seiner Mutter mit notdürftig-provisorischemRüstzeugausgestattetwird.Zwarwirdfürjedeserforderliche Utensil eine Alternative beschafft, doch macht der solcherart gerüstete ‚ Held` eine alles andereals ritterlicheFigur,wiedennauchderspöttischeKehrversunterstreicht: 1 VnsserknechtderVeitl, einReitterwil erwern, erhat jakaeyRossnichtwiewil ereinerwern, daNimbtseinMuedäänfelberstokh Macht imdarauseinReitterRoss, ReitveitlReit: es istkeinNaradey, 2 VnsserknechtderVeitl, einReitterwil erwern, erhat jakaeinSattelnicht,wiewil ereiner wern, daNimbtseinMuedadieoffengabel Macht imdarauseinReitterSattel, reitveitl reit, es istkeinNarädey: 3 VnsserknechtderVeitl, einReitterwil erwern, erhat jakeinzämNicht,wiewil ereinerwern, daNimbtseinMuedäeinkitlbräm, Macht imdarauseinReitterzäm, reitveitl reit, es istkeinNarädey: 4 VnsserknechtderVeitl: einreitterwil erwern, erhatkakeinsäbelNicht,wiewil ereiner wern, daNimbtseinMuedädaskreintzenstäbäl, Macht imdarauseinReitter säbel, reitveitl reit, es istkeinNarädey: 5 VnsserknechtderVeitl, einReitterwil erwern, erhat jakeinManttelnichtwiewil ereiner wern, daNimbtseinMuedäkitl- ankhen, Macht imdarauseinreitterMantel, reitveitl reit, es istkeinNarädey: 6 VnsserknechtderVeitl, einReitterwil erwern, erhat jakeinestiffel,wiewil ereinerwern, daNimbtseinMuedäeinRiekibl, Macht imdarausdieRitterstiffel: reitveitlReit, es istkeinNarädey: 7 VnsserknechtderVeitl, einReitterwil erwern, erhatkeinespornnicht,wiewil ereinerwern, daNämseinMuedädistlunddorn, Macht imdarausdiereitter sporn, reitveitl reit, es istkeinNarradey: 8 VnsserknechtderVeitl, einreitterwil erwern, erhat jakeinhüetlNicht,wiewilereinerwern, daNimbtseinMuedädasRoherthüel: Macht imdarausdasReitterhüetl, reitveitl reit, es istkeinNarädey:30 1,3 felberstokh] Weidenstock, Palmbuschen 2,3 offengabel] Schürhaken 3,3 kitlbräm] Rockborte 4,3 kreint- zenstäbäl]RutefürFlechtwerk(Trag-undWagenkörbe)5,3kitl- ankhen]Rockfetzen6,3Riekibl]Rühreimer 8,3 Roherthüel]Backrohrtür Als Begleitphänomen des Ordo-Bruchs ist die ‚ Hoffart` ein gern bearbeitetes Motiv der Bauernschelte. Berufsstandskritik und Mode- bzw. Sittenklage sind in Die hoffart und- ternbauernvolkhvereint. InanklagendemTonwirdhiergetadelt,wiesichdasBetragen, Auftreten und Tun der Bauern zum Negativen hin verändert habe. Der angeprangerte Hochmutgehe schließlichsoweit, dass sichdieBauern „ schon[als]ausgemachte hern“ (7,2) fühlen, ihren Platz im sozialen Gefüge sowie ihre Grenzen verkennen und selbst überHöhergestelltespottenundlachen,dasiesichdurchdiepraktizierteGeldschneide- reioffenbarnichtmehrimvormaligenMaßedenRegelnderalthergebrachtenRangord- 29 Vgl.Deutsch/Haid/Zeman,DasVolkslied inÖsterreich,S.210. 30 BayerischeStaatsbibliothek,Cod.germ.7340(StubenbergerGesängerbuch),Teil2,S.186.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800