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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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KOMISIERUNG UND DISKREDITIERUNG LÄNDLICHER TYPEN 275 khangehenandöHand undunsrägantzenGmoän ganzmuädäseelalloän rechtgscheidtvorstehenkhan.40 9 Scheer]Maulwurf12 höni]Honig18 Gmoän]Gemeinde,Dorfgemeinschaft Nach gröberen Querelen, wer denn nun für das Amt tauge, wird schließlich auf der„ Bonthätung“ (Banntaiding, i.e.Gemeindeversammlung)derKompromisskandidat Paul Schnepfendreck zum Dorfrichter gekürt. Wie wichtig für Werner das ästhetische Wirkungspotential phonologischer (und mitgemeint sind natürlich auch morphologi- sche, syntaktischeundlexikalische)DifferenzenvonSprachvarietätenundSprachenist, macht er im ‚ Avertissement` seines Kantatendrucks von 1754 klar, wenn er „ jedem Vo- calisten/ inseinerPersonhauptsächlichdiePronunciationwohlanrecommendiret“ 41. Vielleicht von Werners Kanate inspiriert ist das kurze Singspiel Die 4 Ratsherrn in Weilheim zur Musik des Steiner Bene ziaten Johann Georg Zechner (1716– 1778). Hier ist es keine dörfliche, sondern eine lächerliche kleinstädtische Ratsversammlung, die über das Schicksal eines Delinquenten zu entscheiden hat. Sie wirft kein gutes Licht auf die örtliche Gerichtsbarkeit: Nur einer des Quartetts stemmt sich letztendlich dagegen, einenUnschuldigenausP ichtvergessenheit, InkompetenzundBequemlichkeitmitder Todesstrafe abzuurteilen. Hier der Beginn des höchst amüsanten Quodlibets für vier Bässe: 1.Consul. Herrn! seidtsallöbeinandä inRath? Wannainäabgieng,wärsSündundwärSchad. Mörktsauf,was ieng ietztvorzbringähab, übädenGhenktenheutbröchnmärönStab. D'Sach läßt sieabbröchänötübäd'Knie; umd'Leut isnötwieumd'OchsenundKüh! Mörkts feinaufHerrnwasäniedädathuet. Menschen eisch is jakainkölbernesBlut. 2.Consul. RechtherKollegä,mäsändschanbeysam; Washabnmäthanznächst insTeixelspaar-Nahm. DösUrthelkannimeinAidnötkrepiern. 1.Consul. Somußmäshalthietzt rechtexaminiern. 3.Consul. OhneMaßgöbungdäHandl isgfält, däHerrCollegahatmiübereilt. Ihaltdafür, er isunschuldigwößt. 1.Consul. DaswärdäTeixelhiezsagtsösäfd'Löst. 4.Consul. Ihanghört, er isgradfalschangöbnwarn, Schlecht is jad'Zeugenschaftvähintenundvarn. Sinst isdäBrauch,daßmäd'Sünderanhört. 40 Zweyneueundextra lustigemusicalischeTafel-Stücke.I.DerWiennerischeTändlmarckt.Mit4.Singstim- men,2.ViolinenundBassoordinario. [...] II.DieBauren-Richters-Wahl.Mit5.Singstimmen,2.Violinen und Basso ordinario. [...] Beyde Stücke, sind nach Art der Quodlibete eingerichtet [...]. Von dem Autore des Musicalischen Calenders Gregorio Josepho Werner, Hochfürstlich Estorhasischen Capellmeistern zu Eisenstadt in Ungarn. Augspurg, Verlegt von Johann Jacob Lotters seel. Erben. [1754], Stimmmaterial für BarthlmeZimmermann,S.1f. 41 Ebda,Avertissement, f. 2r.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800