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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 294 LAND- UND STADTLEBEN (nicht selten fehlerhafte) lateinische Floskeln in seine Rede flicht, des Flachgauer Ba- sisdialektsderbäuerlichenProtagonisten,desHochdeutschenderHöherstehendenund des makkaronischen ‚ Welschelns` des schlauen italienischen Bedienten Bartolino. Nicht zufällig endet das Stück mit einem Chor, der die letztgenannten drei Varietäten noch einmalmusikalischgegenüberstellt: H.A.P. DiseseyndbeglückteStunden, S.Gr.H. DössanrechtböglückteStundn, Bartol. DösanregbeglückeSdunden, H.A.P. Woein jederhatgefunden, S.Gr.H. Wojetzhotaniedagfunden, Bartol. Woderatein jeder funden. H.A.P. Wasersichgewunschenhat. S.Gr.H. Wosa longsigwunschnhat. Bartol. Wasdersogewunsenat. [...]70 Seinen wirkungsmächtigsten Nachfolger fand Weiser in Maurus Lindemayr, der wäh- rend seines Studiums die Hochblüte des dialektalen Intermediums auf den Salzburger Bühnen miterlebte und – so wie andere Ordensbrüder aus verschiedenen österreichi- schenundbayerischenKlöstern– sichzueigenenlyrischenunddramatischenArbeiten inspirieren ließ. In direktem Zusammenhang mit Weisers Schaffen ist etwa sein Lied FerteninHörist zusehen, indemeinBauerseinenwunderlichenKönigs-Traumrekapi- tuliert,wobeidaseineoderandereDetailnochweiter insDrastisch-Komischegetrieben wird: 3 GradsnöbndäBöttstatthibschuntenbeymFüssen, HaniäsilberniKändldäblickt Hollä!gedacht imeinLustwill ibüssen, HatmädäHimmelzumtrinkäwasgschickt. HetumäRoßgwöttäswärAschauä SöltäniWeindl sändanäsgagsund, WieIhangschlungätztkämsanässtärauä 'sGschirrwäräKachel, i spiebwieäHund.71 3,2 Kändl] Kännchen 3,5 Aschauä] Aschauer Wein (aus dem Weinbaugebiet Aschach an der Donau, der im 18.Jh.aufgrundseineshohenSäuregehaltsmehrSpottalsZuspruchfand)3,6Söltäni]solche3,7gschlungätzt] (gierig)geschluckt anässtär]anders auä]heraus3,8 Kachel]TopfausTon, (hier:)Nachttopf,Nachtgeschirr Aber nicht nur auf den Klosterbühnen reüssierten im 18. Jahrhundert die dialektspre- chenden bäuerlichen Figuren. Auch das professionelle, erstmals im deutschsprachigen 70 [IgnazAntonWeiser:]DieGeadelteBauren/OderDieihrselbstunbekannteAlcinde:AufGnädigstesAn- befehlenIhroHoch-Fürstl.Gnaden,DeßHochwürdigist-Hochgebohrnen/deßHeil.Röm.ReichsFürsten und Herrn Herrn ANDREÆ JACOBI, Ertz-Bischoffen zu Saltzburg, Legaten des H. Röm. Apostolischen Stuhls,PrimatenvonTeutschland,AußdemHoch-Reichs-GräflichenHaußVonDietrichsteinetc.etc.Auf Dero Hof-Theatro vorgestelt 1750. Poes. I.A. W. Mus. von Hrn Johann Ernest Eberlin, Hochfürstl. Hof- Capell-Meister.Saltzburg,gedrucktbeyJohannJosephMayrs,Hof-undAcademischenBuchdruckersseel. Erbin, f. 40r– v. 71 Lindemayr,Dialektlieder I,S.40.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800