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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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KOMISIERUNG UND DISKREDITIERUNG LÄNDLICHER TYPEN 299 IbinhaltäMädl,wieäRädl,wieäSchädl, äDiendl,wieäBirndl,wieäZwiendl, äDiendl. Undalleweil äweni lusti, äweni trauri, äweniGeld imSack, äweniSchnopftaback, Undalleweil ä so.81 7 läffät] liefe 8 Schneepeperl] scherzhaft für ‚ Joseph` 11 pascht] klatscht, kracht 12 Schädl] kleine Schale 13 Zwiendl]Zwirn So zahlreich und erfolgreich die Komisierungen des Bäuerlichen im 18. Jahrhundert auch sind, entstammen sie nur äußerst selten nachweislich auch der bäuerlichen Kultur selbst, sind also von Autoren verfasst, die in diesem Kontext verankert und ihm nicht durchintellektuelleBildungoderwirtschaftlichenAufstiegentfremdetsind.Diemeisten Beispiele einer dialektalen ‚ Volkskunst` aus dieser Zeit sind anonym, regional nur be- dingtzuordenbarunddurchkomplexeWeitergabe-undÜberformungsprozessezumeist nicht auf eine annähernd autornahe Textfassung festlegbar. Zu den raren Ausnahmen zählen die Lieder des aus Oberplan (Horní Planá) stammenden Schneiders Johann Ga- briel (1749bisum1810),vulgo‚ Koasahansl`,dessensatirischeLiederaufDorfereignisse nochdenjungenAdalbertStifterzuSpottversen inspirierthabensollen.DerdesLesens und Schreibens nicht mächtige ‚ Volksdichter` war bekannt dafür, dass er „ wie die alten BardengleichaucheinepassendeWeisezumLiedeerfandunddasneue ‚ Gsonk` immer singendvortrug.“ 82EinedieserDichtungenwarderum1790entstandeneOnspa-Gsonk, dereineDorfanekdotezumBestengibt,dieeinrechtbedenklichesLichtaufdieBeteilig- tenwirft.Dennam24.DezembereinesschneearmenWinters,derdieHolzlieferungaus demWaldmitSchlittenverhinderte,hattendieBewohnervonAnspanbeiOberplandie halbverfalleneFlachsbrechstubedes‚ Kromaste `zerlegt,umBrennholzfürdieFeiertage zu haben. Nur die gemauerte Küche, in der ein altes Mütterchen namens Ullana hauste, bliebstehen: Daßd'Onspa-Laidemsihant,dosmuaßisog'n, SiehombtdaUllana ihrHoorstub'nweiktrog'n. Kamhotmasigschautum, Hombtsi'sweikbisafd'Stum; Hiatzthombt'sd'Stub'nadavon, D'Kuchl stehtnon. Omain liawiKuchl,wiawiad'sdanongeihn? Hiatzthombt'sda inRoukauszougnunddublaibst steihn! KehrdubanPuitlaain, ErwiadkoanStoannit sain, Erwiadda'snitoschlog'n, Erhotbrav trog'n. InFostantogvatogsumadraiUhr Hombt'saf'nOnspadraustghobtdieBaumfuhr. 81 Ein musikalisches Singspiel, genannt: Das Serail. Oder: Die unvermuthete Zusammenkunft in der Scla- vereyzwischenVater,TochterundSohn.Botzen:Karl JosephWeiß,1779, f. 10r. 82 JohannesMatthiasFirmenich-Richartz(Hg.):GermaniensVölkerstimmen.Bd.3.Berlin:Schlesinger1854, S.398.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800