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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 312 LAND- UND STADTLEBEN 2 SaursKrautWeyber,huiRiebigskraut, schreyendievonLechhaussen,ammorgenvberlaut, SuesseMillich,Butterschmaltz,SawreMillich,auch, machtmancheng utenGesellen,denHagel indenBauch. 3 HammermillichvndBlaichermillich,diehatmangar fürg ut, kansichofftbegeben,dasmandarumbreissenth ut, SauriSenpffSurSuraschreytmanauch, dieB ubenmitgrossemgeschrey, lauffendemselbennach. [...] 6 Boesen,boeseWeiber, ist einwarhafftigsgschrey, weylmanderselben inndiserStatt, ndet somancherley, Ofengabeln,Stützen,Stangengroßvnndklein, vnndbeydergleichenWahren,muessenauchLeütternsein.114 2,1 Riebigskraut] zerriebene und gesäuerte weiße Rüben 2,2 Lechhaussen] Lechhausen: heute Stadtteil im NordostenAugsburgs,damalsDorfamrechtenLechufer2,4Hagel](metaphorischfür)Unbehagen,Rumoren 3,1 HammermillichvndBlaichermillich]wohlnachÖrtlichkeitenbenannteMilch3,3 Sur]Salzlösung Noch stärker im Mittelpunkt stehen in einem Ende des 18. Jahrhunderts gedruckten, aber vermutlich bis zumindest in die Mitte des Jahrhunderts zurückreichenden Lied115 die (ostmittelbairischen) Kaufrufe, die nun ganz ohne rahmende Strophen aneinander- gereiht sind, um das lebhafte Durcheinander an Rufen und Gesängen auf der Straße nachzubilden. 1 Zunterstain,Zunterstain, WeiberkäftsBesenein, habtsdennkäGeld, will enk imSackhineinthän, daßseyndgutZunterstän, Leibstückl,Hasenbälk,Flederwisch, heuraths fein frisch. 2 Hädenbrein,gelbenBrein, käftsGriesundArbesein, Jungfraunkommtsall zumir, gibswohlfeilheut, machtseuerKörbelauf, heut treftseingutenKauf, Hädenbrein,gelbenBrein, feinGries, Mundmehl, heuraths feinschnell. 114 Zwey Kurtzweylige Weltliche Lieder. Das Erste: Von drey Weybern, Wie sie einem Holtzhacker sein Agst versoffen haben. Im Thon: Wie man den den Kümmichköhrer singt. Das Ander: Von allerley Wahren, so man zu Augspurg inn allen Gassen herumbher schreyet. Im Thon: Wie man den Rolande singt, etc. [Augsburg,um1620]. 115 Eine verwandte Form ist in der um 1740 entstandenen schwäbischen Ostracher Liederhandschrift über- liefert(Nr.3, schwebel-holz, schwebelholz),vgl.MichaelGerhardKaufmann(Hg.):OstracherLiederhand- schrift. Kommentiert und mit einem musizierpraktischen Teil versehen. Konstanz/Eggingen: Isele 2006. (Bibliotheca suevica 19) S.23f. – Kurt Rattay: Die Ostracher Liederhandschrift und ihre Stellung in der Geschichte des deutschen Liedes. Auf Grund der handschriftlichen Liedersammlungen des XVII. und XVIII. Jahrhundertsuntersucht.Hallea.S.:Karras1911,S.60f.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800