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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 324 LAND- UND STADTLEBEN 6 DieBuebmwernjetzt frommä, siehalten ihrenStand, dieMenscherwern jetzt schlimmä, siebringäd'Buebmind'Schand, DasMaul,das thänsainmacha, dieNasenhabnsaneh, siebringenihnumall seinSachä, aftgschicht ihmhartundweh.142 6,3 Menscher]Mädchen6,8 aft]dann Eines der wenigen Modelieder, die sich explizit auf Männermode beziehen, kommt be- zeichnenderweise aus einem rein maskulinen Umfeld: Zum Neujahrstag 1756 mussten sichdieStudentenderKremsmünstererRitterakademie,wodemaristokratischenNach- wuchs eine möglichst breite Ausbildung zuteil werden sollte, ein Spottlied auf ihr affek- tiertesGetueundihrekostspieligeMode xiertheitgefallenlassen.VomRegenschorides Klosters Franz Sparry vertont, diente dieser witzige, leicht höhnische Neujahrsgesang wohl vor allem auch dazu, den künftigen Spitzen der Gesellschaft die Schulhierarchie wieder inErinnerungzurufen: 9 schauts,wiesinitS-RöckerlundS-leibl zamreimt, sändüberall silbernebertl angleimt, habts täschlundsöcklaufallebaidseit, wärnguet,wans inKirtagainbschaidösßengeit. 10 dieKöpf seindabäsozierläaufbuzt, d'harseynengsoschönwieainbudlhundgstu[z]t, äs istalsmit schmöckätenharbudägwirzt, habtsenggwissädreymahl ind'melldruchagstürzt. 11 döhietl seindallevonSammetenFilz, kostainsgwissainanderthalb thallä,wasgilt's? äsilbernesKnöp undPortnäham, ästizköpf druntä,dasreimbtsiwohlzam. 12 waswirdmitdäZeitdenausengnowohlwern? öswerdsmitdägottshilffgrossmächtigeherrn, döweltwartaufengschonmit leitnundland, ösmüestseszamhaltn, sonst falltsausänandt.143 9,1 zam] zusammen 9,2 bertl] Borten 9,4 bschaidösßen] bäuerliches Festessen, bei dem üblicherweise die Reste für die Heimreise mitgegeben wurden 10,3 schmöckäten] (gut) riechendem 10,4 melldrucha] Mehl- truhe11,1 hietl]Hütchen11,4 stizköpf ]Trotzkopf12,2 öswerds] ihrwerdet 142 Fünf Neue Lieder. Das Erste: Ach schlaft denn alles schon | Das Zweite: Es ist wahr wie man sagt, daß / Das Dritte: Wie ist die Welt beschaffen,/ Das Vierte: Ist oft ein schöns Vögerl, kann / Das Fünfte: Weine nicht es ist vergebens. Gedruckt in diesem Jahr. – Ediert bei Wolkan, Wiener Volkslieder I, Nr. XXVI, S.115– 117; seineDatierungum1700scheintallerdingswenigrealistisch. 143 MusikarchivKremsmünster,G44/785.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Titel
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Untertitel
Eine andere Literaturgeschichte
Autoren
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
652
Schlagwörter
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800